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Bürgermeister für beitragsfreies Kindergartenjahr

Positives Echo auf Wulffs Kita-Vorstoß

Landkreis (bab/kk/jl/rwe/ to). Die Ankündigung von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), dass es von diesem Sommer an ein beitragsfreies Kindergartenjahr geben soll, ist bei den Bürgermeistern im Landkreis auf ein positives Echo gestoßen. Argwohn haben noch einige Stadt- und Gemeindeoberhäupter, ob denn der Zuschuss aus Hannover reichen wird.

veröffentlicht am 08.02.2007 um 00:00 Uhr

"Eineüberfällige Regelung", kommentierte Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz (SPD) die Ankündigung Wulffs. Er verwies darauf, dass der Rintelner Rat im aktuellen Haushalt bereits ein beitragsfreies Kindergartenjahr festgezurrt hat. Ferner habe die Ratsmehrheit aus SPD und Grünen vereinbart, "nach oben" Druck zu machen, "damit wir ins zweite beitragsfreie Kindergartenjahr einsteigen können. Diesem Ziel wähnt sich Buchholz jetzt näher. "Das geht in die richtige Richtung", freut sich Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD), zumal da die Beitragsfreiheit offenbar nicht auf "Gemeindekosten" geschehen solle. Stadthagen werde deshalb seine Ausgaben für die Kindergärten in die Verbesserung des Angebotes investieren. Beitragsfreiheit sei noch kein städtisches Thema gewesen, "aber wir haben bewusst auf eine Neukalkulation der Gebühren verzichtet". "Absolut positiv", sieht Reiner Brombach die Initiative. Und: "Aus vernünftigen Gründen kann man nicht dagegen sein." Der Bückeburger Bürgermeister glaubt, dass sich das Projekt auch organisatorisch reibungslos umsetzen lässt. In der vergangenen Woche hatte sich der Ratsausschuss für Jugend und Familie am Rande der Haushaltsberatungen mit dem Thema beschäftigt."Wünschenswert - aber für die Stadt nicht finanzierbar," lautete damals noch das Fazit. Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann (SPD) war "sehr erfreut"über den Vorstoß der Landesregierung, möchte die Einzelheiten jedoch konkretisiert haben. "Bislang sind die Städte und Kommunen finanziell immer nur benachteiligt worden." Heilmann würde es begrüßen, wenn das Land das gesamte Personal für die vorschulische Erziehung finanzieren würde - undzwar für alle drei Kindergartenjahre. "Dann würden wir gerne die Sachkosten übernehmen." Freude auch im Nenndorfer Rathaus. Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese (SPD) begrüßt den Entschluss im Namen der Eltern und der Kinder. Er hofft, dass mehr "Familien mit Sprachschwierigkeiten" ihre Kinder anmelden. "Das ist für viele sicher auch eine Kostenfrage, die dann gelöst wäre", so Reese. Auch das Brückenjahr sei ein richtiger Schritt. Wie dieses sich in Nenndorf umsetzen lässt, werde sich zeigen. Der Nienstädter Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening (SPD) wertet die Ankündigung des Ministerpräsidenten als "Entlastung für die Eltern". Nach seiner Einschätzung werden die Zuschüsse aus Hannover ausreichen, um die Gebühren für die Vormittagsbetreuung abzudecken. "Man könnte das Geld auch nehmen, um die Qualität der Betreuung zu verbessern", gab Harmening zu bedenken. Harmenings Niedernwöhrener Amtskollege Fritz Anke (SPD) begrüßt, dass das Land sich nun dieser Aufgabe stellt, die "nicht Aufgabe der örtlichen Gemeinschaften" sei. "Natürlich begrüße ich das", war die erste Reaktion des Sachsenhäger Samtgemeindebürgermeisters Arthur Adam . "Es kommt aber darauf an, wie viel Geld pro Kind an uns weitergegeben wird." Nur das Geld, das das Land der Samtgemeinde zur Verfügung stellt, könne zur Finanzierung verwandt werden, wenn die Elternbeiträge wegfielen.

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