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Staatsanwaltschaft legt erste Ermittlungsergebnisse nach tödlichen Schüssen in Cammer vor

Polizist handelt in "klassischer Notwehrsituation"

Bückeburg. Der Polizist hat nach den ersten Ermittlungen in "einer klassischen Notwehrsituation gehandelt". Das teilte der Leitende Oberstaatsanwalt der Bückeburger Staatsanwaltschaft, Thomas Pfleiderer, als erstes Ergebnis der Ermittlungen auf Anfrage unserer Zeitung mit. Wie gestern berichtet, hatte ein Polizeibeamter nach einer wilden Verfolgungsjagd durch Schaumburg am Dienstagmittag einen flüchtigen 30-jährigen Tankstellenbetrüger im Bückeburger Ortsteil Cammer erschossen, als dieser die Beamten mit einer Schusswaffe bedroht hatte.

veröffentlicht am 27.09.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

Spurensuche am Unfallort in Cammer, nachdem der Leichnam des 30-
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Insgesamt drei Schüsse hat der Beamte nach den Ermittlungen auf den Mann abgegeben: Er traf ihn in die Brust, in den Arm und in den Fuß. Bereits der erste Schuss sei in die Brust gegangen und habe zum Tod des Mannes geführt, wie die Obduktion des Leichnams des 30-Jährigen ergab. Aus dem Schusskanal des Schusses in den Arm sei zudem zu erkennen gewesen, dass der Arm zum Zeitpunkt des Schusses des Polizisten gestreckt gewesen sei, so Pfleiderer weiter. Die Ergebnisse der Obduktion deckten sich auch mit den Aussagen der beteiligten Polizeibeamten und weiterer Augenzeugen. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte zudem ein Foto der Waffe, mit der der getötete 30-jährige aus der Nähe von Gifhorn den Polizeibeamten bedroht hatte. Es handelt sich um eine CO2-Luftdruckpistole der Marke "Umarex", die täuschend echt aussieht und vom Aussehen und Gewicht der bei der niedersächsischen Polizei verwendeten Dienstwaffe ähnelt. In dieser Situation habe der Polizeibeamte keine andere Wahl gehabt als zu schießen, wertete Pfleiderer zusammenfassend. Er habe auch keine Zeit gehabt, die Wirkung des ersten Schusses abzuwarten, da der Polizist nicht sicher sein konnte, dass der Tankstellenbetrüger nicht noch zurückschießen würde. Nach der Schilderung Pfleiderers hatte sich die Situation für die verfolgenden Beamten wie folgt dargestellt. Nach dem Unfall hätten die Polizeibeamten die beiden Insassen zum Verlassen des Fahrzeuges aufgefordert. Da die Fahrertür durch Trümmerteile der Mauer blockiert gewesen sei, sei zunächst die 19-jährige Begleiterin ausgestiegen. Als der Mann nach wiederholten Aufforderungen durch die Beamten das Auto dann ebenfalls über die Beifahrertür verließ, habe er die täuschend echt aussehende Gaswaffe gezogen und damit auf einen Polizisten gezielt. Daraufhin habe der 52-jährige Polizist mit seiner Dienstwaffe geschossen. Der Beamte sei unmittelbar nach den Schüssen - wie in solchen Fällen üblich - vom weiteren Dienst befreit worden, sagte Pfleiderer. Psychologen und Seelsorger des Krisen-Intensivteams Münster kümmern sich seit dem um den Beamten. Pfleiderer: "Ihm geht es nicht gut." Die zweite Insassin des Wagens, eine 19-jährige Bremerin, liegt derzeit immer noch im Krankenhaus Bethel und ist nach Angaben Pfleiderers noch nicht vernehmungsfähig. Sie stehe unter Schock und leide offensichtlich auch an Drogenentzug. Wie berichtet, waren sowohl der Getötete als auch die Frau wegen Eigentums- und Rauschgiftdelikten bei der Polizei bekannt. Im sichergestellten Fluchtwagen, der derzeit noch weiter kriminaltechnisch untersucht wird, sind nach Angaben Pfleiderers Methadon und weitere Rauschgiftutensilien gefunden worden. Der dunkelblau VW Golf R 32, Wert rund 60 000 Euro, war am 12. September im Gifhorner Ortsteil Wilsche gegen 19.45 Uhr vom Parkplatz desörtlichen Sportzentrums gestohlen worden. Der Besitzer hatte den Schlüssel im Wagen stecken lassen. In der Nacht zum 13. September gegen drei Uhr beging der Fahrer an der Bundesstraße 4 bei Meine einen ersten Tankbetrug. Danach verlieren sich die Spuren des Fahrzeuges, immerhin mit 250 PS, 6 Zylindern, 3,2 Litern Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern ausgestattet. Das ist offensichtlich der Grund, warum es dem 30-Jährigen bei der heißen Verfolgungsjagd durch Schaumburg gelang, zwischenzeitlich die verfolgenden Streifenwagen abzuschütteln.

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