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Am Himmelfahrtsabend eskaliert die Lage in Rusbend / Polizei muss erst "Licht ins Dunkel" bringen

Polizeichef: Wir haben noch nie so viele Besoffene gesehen

Bückeburg (rc). Bei den Festivitäten am Himmelfahrtstag in Rusbend ist es in den Abendstunden zu erheblichen Auseinandersetzungen, Rangeleien, Raub und Diebstahl gekommen. Wie die Polizei Bückeburg erst gestern auf einer Pressekonferenz bekannt gab, wurde ein Mann durch Messerschnitte schwer verletzt, zudem gab es acht weitere Körperverletzungen, zwei Raubüberfälle, eine Ingewahrsamnahme, 22 Personenüberprüfungen, elf Platzverweise und acht Diebstähle. Dazu kommt eine "hohe Dunkelziffer" nicht gemeldeter Straftaten, vermutet die Polizei.

veröffentlicht am 26.05.2007 um 00:00 Uhr

Bei einer Rangelei wurde eine Polizistin leicht verletzt, ein Streifenwagen wurde beschädigt, als er durch das "Scherbenmeer" auf der Landesstraße im Bereich des "Schäferhofs" fuhr. "Wir müssen eine Verlagerung der Straftaten von Hiddenserborn hinüber nach Rusbend feststellen", sagte der Chef des Polizeikommissariats Bückeburg, Werner Steding. Da Opfer, Täter und Zeugen zum Teil so betrunken waren, dass sie sich an kaum etwas erinnern konnten, habe die Polizei zunächst "Licht ins Dunkel" bringen müssen. Zum Teil seien Anzeigen erst im Verlauf dieser Woche gestellt worden. Daher habe die Polizei entschieden, erst jetzt mit den Vorfällen an die Öffentlichkeit zu gehen. "Die Distanz ist jetzt so groß, dass wir etwas sagen können." "Wir haben noch nie so viele betrunkene Kinder, Jugendliche und Erwachsene an einem Ort gesehen", schüttelten Steding sowie der Leiter des Ermittlungsdienstes, Christoph Hose, und Pressesprecher Burkhard Rolfsmeier noch gestern die Köpfe über die Geschehnisse: "Es war ganz schlimm." Kinder und Jugendliche seien herausgegriffen worden, um sie ihren Eltern zuzuführen. Zum Teil hätten sich die Eltern aber geweigert, ihre Sprösslinge abzuholen. Jugendliche hätten betrunken in den Gräben gelegen, wenn Polizisten ihnen helfen wollten, seien sie zum Teil "rüde" angemacht worden. Zum Schluss waren weitüber 40 Beamte im Einsatz, zusammengezogen aus dem gesamten Landkreis, aber auch Bereitschaftspolizei, um die Lage in den Griff zu bekommen. Eskaliert war die Lage gegen 17.30 Uhr, als "alle immer betrunkener waren." Als gegen 22.30 Uhr die Musik endete, war immer noch kein Halten. Immer wieder hätten die Beamten beobachtet, wie aus unerfindlichen Gründen Rangeleien ausbrachen, die genauso schnell auch wieder endeten. Mehrere Streitereien wurden von der Polizei verhindert oder geschlichtet. "Die Form des Ablaufs ist auf Papier nicht darstellbar", so Hose und Rolfsmeier unisono, beide an dem Tag im Einsatz. Auch was den Anwohnern an diesem Tag geboten wurde, sei "unvorstellbar," so die Polizei. Nach Informationen unserer Zeitungüberlegen einige inzwischen die Gründung einer Bürgerinitiative, da ihnen in der Vergangenheit schon einige Festivitäten am "Schäferhof" sauer aufgestoßen sind. Auch Unterschriftenlisten kursieren bereits, die sich allerdings eher gegen das "wildes Parken" rund um die Feiern wenden. Vor dem nächsten Himmelfahrtstag wird die Polizei jedenfalls bereits weit im Vorfeld präventiv tätig werden und das Gespräch mit den Ordnungs- und Genehmigungsbehörden bei Stadt und Landkreis suchen: "So etwas darf nie wieder passieren."



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