weather-image
Flammen springen von Mülltonne auf Carport und Pkw über / Erheblicher Schaden in Zahnarztpraxis

Polizei jagt Feuerteufel: Zuerst brennt der Müll

Rinteln (wm). Auch die Polizei will nicht mehr ausschließen, dass in Rinteln wieder ein Feuerteufel umgeht: 15 Mülltonnen gingen seit Dezember vorigen Jahres in Flammen auf - bisher Bagatellschäden, doch das ist vorbei: Im Haus Bahnhofstraße 1 griff in der Nacht zu Montag ein vorsätzlich gelegtes Feuer von einer Papiertonne auf ein Carport und einen dort geparkten Renault Twingo über und verursachte durch Ruß und Rauch einen Schaden in sechsstelliger Höhe in einer Zahnarztpraxis.

veröffentlicht am 04.04.2006 um 00:00 Uhr

Ein Feuerwehrmann kehrt dieÜberreste der Papiertonnen zusammen,

Es ist eine Brandstiftungsserie immer nach dem gleichen Muster: Der Unbekannte steckt Mülltonnen an - eine Brandserie, die in der Öffentlichkeit vielleicht deshalb bisher nicht als bedrohlich wahrgenommen worden ist. Die Feuerwehr wurde am Montag kurz nach Mitternacht alarmiert. Als sie an der Bahnhofstraße eintraf, standen bereits Carport und Twingo in hellen Flammen. Ortsbrandmeister Burkhard Schatz ließ Feueralarm über Sirenen auslösen. Das Carport - gerade eine Woche alt - und der fast neue Twingo waren nicht zu retten. Da sich an der angrenzenden Hausfront kein Fenster befindet, konnten die Flammen nicht auf das Hausüberspringen. Der Schaden in der Zahnarztpraxis Leonhard ist trotzdem enorm, auf Euro und Cent soll ihn noch ein Gutachter benennen. Ruß und Rauch hat die gesamte Praxiseinrichtung überzogen, Kabel sind verschmort, die Sterilisations- wie die zentrale Absauganlage sind ausgefallen, Wände durch die Hitze mit Rissen durchzogen. Man habe gestern alle Patienten angerufen und die Termine abgesagt - eigentlich habe ein Narkosearzt aus Paderborn anreisen wollen, schilderte Dr. Constanze Leonhard. Ein Raum sei zum Glück nicht betroffen, sie hoffe deshalb, dass ab Mittwoch die Praxis - wenn auch eingeschränkt - weiter arbeiten könne. Auch bei dem Feuer am Helenensee in der Nacht zum Sonntag (wir berichteten) ist der Schaden größer, als zunächst vermutet. Hoimar von Ditfurth schilderte, die beiden beschädigten Traktoren seien Oldtimer, zwei Ferguson, mit erheblichem Sammlerwert gewesen. Beschädigt worden sei außerdem ein nagelneuer Böschungsmäher im Wert von rund 5000 Euro. Auch hier hatte der unbekannte Täter zwei Papiertonnen angesteckt, die Flammen waren dann auf eine Remise übergesprungen. Uwe Steding, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, betonte, die Polizei werde ihre Ermittlungen intensivieren. Er mag nicht glauben, dass die erheblichen Schäden der beiden letzten Brandstiftungen "Zufall" sind, eigentlich von dem Brandstifter in diesem Ausmaß nicht beabsichtigt. Auch die Polizei hege die Befürchtung, dass der Fall eskaliere und werde entsprechende Maßnahmen ergreifen. Bereits am 11. März hatte es einen größeren Schaden gegeben:Im Dingelstedtwall platzten bei einem Mülltonnen-Brand Fensterscheiben, Jalousien wurden beschädigt. Die Polizei bezifferte damals den Schaden auf über 10 000 Euro.

Als die Feuerwehr eintraf, brannten Carport und Wagen lichterloh
  • Als die Feuerwehr eintraf, brannten Carport und Wagen lichterloh.
Hoimar von Ditfurth in der vom Brand zerstörten Remise mit Trakt
  • Hoimar von Ditfurth in der vom Brand zerstörten Remise mit Traktor und dem ehemals neuen Böschungsmäher.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare