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Zu Schuljahresbeginn werden Verkehrsverstöße konsequent geahndet / 40 Euro Bußgeld drohen

Polizei greift durch: "Kann schmerzhaft werden"

Rinteln (crs). Lange genug hat die Polizei auf die Einsicht der Autofahrer gehofft, jetzt ist Schluss mit lustig: Zum Schuljahresbeginn in der kommenden Woche wollen Rintelns Beamte in Zusammenarbeit mit der Stadt bei Verkehrsverstößen hart durchgreifen. "Und das kann durchaus schmerzhaft werden", kündigt Polizeichef Gerhard Bogorinsky an: Anders als bei den Schulwegskontrollen in den Vorjahren werden Verstöße in diesem Jahr konsequent geahndet, je nach Schwere drohen Bußgelder von bis zu 40 Euro.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:48 Uhr

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Seit Jahren schon reagiert Rintelns Polizei mit verstärkter Präsenz auf den Schuljahresbeginn, ermahnt die Autofahrer zu erhöhter Achtsamkeit. "Nur ermahnen, das bringt es aber nicht", schildert Kontaktbeamter Rolf Potthast seine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. In vielen Fällen seien es gerade die Eltern, die sich oft mit Pseudo-Rechtfertigungen aus der Situation winden würden. "Und am nächsten Tag haben Sie das gleiche Drama wieder." Deswegen bittet die Polizei in diesem Jahr Verkehrssünder direkt zur Kasse. Besonderes Augenmerk richten die vier zu diesem Zweck eingesetzten Beamten auf die Grundschulen selber sowie auf die Bushaltestellen: "Hier können sich die Autofahrer nicht auf die erlaubten 30 km/h berufen, wenn das für die tatsächlichen Gegebenheiten zu schnell ist", betont Bogorinsky. Auch die Anschnallpflicht sowie die Parksituation vor den Schulen soll eingehend überwacht werden. Als "abenteuerlich" schildert Potthast, was sich hier mitunter abspiele: "Eltern parken den Schulhof zu und fühlen sich dabei völlig im Recht." Für die Rintelner können die kommenden Wochen also teuer werden. 15 Euro etwa kostet das Nichtbeachten des Schritttempos im verkehrsberuhigten Bereich, ein Dauerproblem vor allem in der Schulstraße an der Grundschule Süd. 30 Euro müssen Autofahrer bezahlen, die Kinder unangeschnallt mitfahren lassen, laut Polizei kein Einzelfall. Und gar 40 Euro werden für die Autofahrer fällig, die trotz einer zu erwartenden Verkehrsbehinderung an einem haltenden Schulbus vorbeifahren. Mit im Boot ist auch die Stadt, die mobile Geschwindigkeitsmessungen durchführen und ab Montag auch das Geschwindigkeits-Display vor verschiedenen Schulen aufstellen wird. All diese Anstrengungen unternehme die Polizeiübrigens nicht, um die Autofahrer zu ärgern, betont Bogorinsky: "Oberstes Ziel ist es, die Zahl der Schulwegsunfälle weiter zu senken." Immerhin: Im vergangenen Jahr waren es nur vier Unfälle im Bereich des Polizeikommissariats, schwere Verletzungen gab es dabei gar nicht. Für Bogorinsky ein "ganz gutes Ergebnis - "noch besser aber wären überhaupt keine Verletzten".

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