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Auf 100 000 Einwohner nur 43 Bewerber in Schaumburg - landesweit sind es 72 / Sonntag startet Werbeoffensive

Polizei fehlt Nachwuchs: Wenig Bewerber aus der Region

Landkreis (jl). Das Fest der Polizei am kommenden Sonntag in Stadthagen hat für die heimischen Ordnungshüter einen handfesten Anlass: In Schaumburg gibt es relativ wenig Schulabgänger, die Polizisten werden wollen. Deshalb geht die Polizei auf diesem Sektor mit Unterstützung ihres obersten Dienstherrn, Innenminister Uwe Schünemann, ab Sonntag in die Offensive.

veröffentlicht am 13.09.2007 um 00:00 Uhr

Daniela Kempas Arbeit wird von einer neuen Plakatserie unterstüt

Polizeisprecher Axel Bergmann hat das Problem mit einem Zahlenvergleich sehr deutlich gemacht: Auf 100 000 Einwohner kommen landesweit in diesem Jahr zum Einstellungstermin 1. Oktober 72 Bewerber und umgerechnet auf den Landkreis nur 43. Insgesamt haben sich 5814 junge Leute in Niedersachsen für den Polizeidienst beworben. Das Phänomen ist nach Angaben von Polizeioberkommissarin Daniela Kempa nicht neu. Die Einstellungsberaterin der Stadthäger Polizei hat im vergangenen Jahr gerade mal mit 21 Schulabsolventen aus der Region gesprochen, die den obligatorischen Eingangstest für die Ausbildung geschafft hatten. Das Phänomen gibt es nach Kempas Darstellung in den meisten Inspektionen der Polizeidirektion Göttingen, wozu Schaumburg seit der jüngsten Polizeireform gehört. Deutlich sei es vor zwei Jahren nach der Einführung des regionalisierten Bewerbungsverfahrens geworden. Seitdem können sich Bewerber bei der Polizeidirektion ihrer Wahl und nicht mehr zentral bei der Landespolizei melden. Eingeführt worden sei die Regionalisierung, "damit nicht mehr so viele Versetzungsanträge gestellt werden", erklärte Bergmann. Das heißt, wer sich heute aus Schaumburg bewirbt und seinen Dienst später im Kreis ausüben will, muss die Polizeidirektion Göttingen als Ausbilder wählen. "Dann bleibt er nach der Ausbildung auch im Direktionsbereich und muss nicht nach Oldenburg, Lüchow oder Braunschweig", erklärte Bergmann. Auch das, was zur Laufbahngeschichte vieler Schaumburger Polizeibeamter gehört, soll den Anfängern jetzt erspart werden: der Berufsstart in der Großstadt Hannover. Vom 1. Oktober kommt noch ein Faktor dazu, der die Polizeiausbildung aus Schaumburger Sicht heimatnäher machen wird. Dann nimmt die neue Polizeiakademie in Nienburg ihren Betrieb auf. Das heißt: Für die theoretischen Abschnitte ihrer dreijährigen Ausbildung müssen die Jungpolizisten nicht mehr auf die Hochschule in Hannoversch Münden am südlichsten Zipfel Niedersachsens. Damit die Nachwuchsquote aus Schaumburg wieder steigt, geht die Stadthäger Polizei beginnend mit ihrer Veranstaltung am Sonntag in die Nachwuchsoffensive - in der Polizeidienststelle an der Vornhäger Straße ist von 10 bis 18 Uhr Programm. Dieser Ansatz ist bei Minister Schünemann auf große Zustimmung gestoßen, weshalb er nach Stadthagen kommt. Daniela Kempa wird natürlich am Sonntag mit Informationen parat sein. Angesprochen fühlen dürfen sich außer Gymnasiasten auch Realschüler, wenn ihre Abschlussnoten in Deutsch und Mathematik mindestens Dreien sind.



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