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Gewaltvideo auf der Website YouTube / Video vermutlich in Hohenrode an der Weser aufgenommen

Polizei ermittelt gegen "Rapper" mit Messern

Hohenrode (rd). Etwa eine Woche lang lief auf der Website "YouTube" im Internet ein Video, in dem ein junger, maskierter Mann in weißem Poloshirt und dunkler Trainingshose mit zwei Messern herumfuchtelt und möglicherweise Drohungen ausstößt, die aber akustisch kaum verständlich sind.

veröffentlicht am 01.10.2008 um 00:00 Uhr

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Hätte man früher solche Videos als geschmacklosen Unsinn abgetan, reagiert nach dem Amoklauf in Finnland im Gymnasium von Tuusula die Polizei sensibel auf solch brachiale Videos. Deshalb habe die Polizei inzwischen Ermittlungen aufgenommen, erläuterte gestern auf Anfrage Kommissariatsleiter Gerhard Bogorinsky. Der junge Mann, der sehr verwaschen spricht und sich selber als "Rapper" bezeichnet, formuliert seine Sätze in nicht ganz flüssigem Deutsch, die man als "hinter jeder Tür kommt der Hass" und "du weißt hier, mit wem du es zu tun hast" und "mit Messern macht es mehr Spaß" verstehen kann. Was er genau sagt, lässt jetzt Uwe Steding, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, von Spezialisten klären - auch die Staatsanwaltschaft sei informiert worden. Das Video "Interview Balbao von Tollwut", ins Netz gestellt von "schockd187", ist bis gestern 138 mal angeklickt worden. Aufgenommen worden sind die Szenen, in die auch ein geschlachtetes Schwein geschnitten worden ist, vermutlich an der Weser, ineinem Garten und vor einer Gartenlaube - im Hintergrund sieht man eine aufgehängte Puppe. In einer Szene rammt der Vermummte zwei Messer in eine Bank. Möglicherweise war Drehort Hohenrode, auch der junge Mann erwähnt Hohenrode mehrmals. Was auf den jungen Mann und den Filmer zukommen kann, hängt jetzt vom Ergebnis der Ermittlungen ab. Die Spanne reicht von Androhung von Gewalttaten - ein Straftatbestand - bis zu Verstoß gegen das Waffengesetz. Möglicherweise, so Uwe Steding, falle die Ermittlung auch unter die Gefahrenabwehr. Wer sachdienliche Hinweise geben kann oder sogar die Personen kennt, die an der Herstellung des Videos beteiligt waren, wird gebeten, sich umgehend mit der Polizei in Rinteln unter 05751/95450 in Verbindung zu setzen. Seit gestern, 16.30 Uhr, ist das Videoübrigens nicht mehr im Netz - der Benutzer, ein 25-Jähriger, hat es selbst entfernt.



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