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Sanierung am Ständehaus zu teuer?

Politiker wollen Freilichtbühne wieder herrichten

Rodenberg (bab). Bei einem Rundgangüber das Schlossgelände hat sich der Bauausschuss der Stadt Rodenberg über den Zustand der historischen Gebäude und des Areals informiert. Im kommenden Jahr soll in die Erneuerung der Fenster im Ständehaus und den Bau einer Bühne an dessen Westseite investiert werden. Die Politiker zweifeln allerdings daran, dass der Stadt 2009 genug Geld zur Verfügung steht.

veröffentlicht am 30.09.2008 um 00:00 Uhr

"Als erste Maßnahme müssten wir erstmal die Fenster erneuern", gab Friedrich Hardekopf (CDU), Vorsitzender des Bau-, Planungs- und Gewerbeausschusses, seinen Eindruck wieder. Den teilte die Mehrheit der Mitglieder. "Wir haben gesehen, dass das dringend ist. Das sollten wir empfehlen", pflichtete Wilhelm Hartmann (SPD) bei. Dann seien die 10 000 Euro, die 2009 für die Sanierung im Haushalt vorgesehen seien, wohl komplett verbraucht, schätzte Hardekopf. Arno Fatzler von der Bauverwaltung korrigierte und gab an, dass inzwischen 20 000 Euro vorgesehen seien und die Fenster auch 15 000, eher 20 000 Euro kosten werden. "Das sind keine Nullachtfünfzehn-Fenster", so Fatzler zu den Sprossenfenstern. Der Denkmalschutz verlange adäquaten Ersatz. Außerdem seien die Arbeiten durch den Burggraben sehr aufwendig. Ausschussmitglied Joachim Stürck (CDU) war dagegen, bereits Entscheidungen zu treffen. "Wir sollten eine Haushaltsstelle einrichten für gewisse regelmäßige Instandsetzungsmaßnahmen. Es wäre gut, wenn wir im Rat beraten, welche Summen wir einstellen und die Maßnahmen dann abarbeiten." Das sei nichts Neues, meinte Fatzler. Haushaltsstellen für regelmäßige Unterhaltung existierten bereits. "Aber Baumaßnahmen sind immer Sondermaßnahmen", erklärte er. Stürck will trotzdem besprechen lassen, was der Rat bereit wäre, in den kommenden Jahren in die Sanierung zu investieren. Der Vorschlag, erst die Hälfte der Fenster zu sanieren und danach den Rest, wurde wegen des zweimaligen Aufwands und der damit verbundenen höheren Kosten verworfen. "Im Rahmen der Haushaltsberatungen werden wir sehen, wie die Sache zu Ende gebracht wird. Wir sollten den Antrag stellen, die Fenster in Gänze zu machen", schlug Ratsherr Peter Friedrichkeit (SPD) vor. "Wir gehen mit der maximalen Forderung rein", wollte auch CDU-Fraktionssprecher Carsten Schulz. Mit einer Gegenstimme wurde der Antrag angenommen. Obwohl die eingeplanten Mittel damit nahezu verbraucht wären, soll die Herrichtung der Freilichtbühne am Ständehaus unterstützt werden. Schulz schlug vor, das Versetzen der Sandsteine und das Ebnen des Plateaus einer Firma zu übertragen. Hardekopf äußerte Bedenken, ob das 2009 zu leisten sei. "Wir müssen sparen. Die Stadt muss nächstes Jahr wahrscheinlich sogar einen Kredit aufnehmen, um alles zu bezahlen." "Der Versuch ist ja nicht strafbar", verteidigte Schulz einen entsprechenden Antrag, der ebenfalls angenommen wurde. Stürck stimmte abermals dagegen. "Das ist wieder das gleiche, ich kann keiner Einzelmaßnahme zustimmen." Die Dachsanierung des Rundturms stellte der Ausschuss wegen der Finanzknappheit vorerst zurück. "Das Dach kann ja noch geflickt werden", begründete Schulz. Alle anderen vom Heimatbund und Schloss-Förderverein angesprochenen Wünsche standen nicht auf der Tagesordnung. Nur um das Ehrenmal am Schlossplatz muss die Stadt sich kümmern.

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