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Kindergarten Kammweg: Jede Menge Wasserprobleme / Wie hoch ist der Sanierungsbedarf?

Politik will von Verwaltung Rechnungen sehen

Obernkirchen (rnk). Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung wollen von der Verwaltung die Rechnungen der letzten fünf Jahre für den Kindergarten Kammweg vorgelegt bekommen. So soll nachvollzogen werden, wie viel Geld in einem halben Jahrzehnt zur Unterhaltung und Reparatur verbraucht wurde.

veröffentlicht am 11.06.2008 um 00:00 Uhr

Probleme gibt es auch mit den Fenstern. Fotos: rnk

Spürbar missmutig angesichts der drohenden hohen Sanierungskosten hat der Ausschuss vorgestern den Kindergarten besichtigt, in dem immer wieder Probleme mit dem Wasser auftreten. Denn der 1984 eröffnete und seinerzeit als Nummer 23 des sogenannten hannoverschen Modells gebaute Kindergarten hielt sich in einem Punkt nicht an die bis dahin gewohnten architektonischen Vorschläge: Am Kammweg gibt es hohe Lichtschächte, die für viel Helligkeit sorgen. Das sei wegen der hohen Räume gut für Raumluft und Helligkeit, erklärte Leiterin Waltraud Denocke, habe auch seine Nachteile. Zwar sind die Fenster selbst dicht, aber an den Abdichtungen läuft das Wasser durch. Wo denn, hakte Horst Sassenberg (CDU) nach, wo sind denn die Schäden? Nicht zu sehen, erklärte Denocke, denn in aller Regel komme am Tag des Wasserschadens sofort der Dachdecker, um das Problem zu lösen - schließlich müsse der Kindergarten weiter arbeiten können. Draußen wurde der Ausschuss dann fündig: Der Aufbau wurde einst mit schützenden Platten versehen, bei denen aber die Traufe vorgessen wurde: So läuft das Wasser an den Wänden runter. Und drückt dann von unten nach, erklärte Denocke. "Unfachmännisch", kommentierte Heinrich Struckmeier (CDU), habe man damals gearbeitet: Wenn man die Traufe vergessen, dürfe man sich doch nicht wundern, wenn das Wasser an den Wänden herunterliefe. Von einem "Fehl- und Schnellschuss" sprach Werner Bruns (SPD). Ein weiteres Problem ist der Standort der Einrichtung: Sie ist tiefer gelegen als die Schule, hier fließt das Wasser hin. Die Folge: Immer wieder kehrende Wasserschäden. Die Ursache besteht im Bauprinzip des Kindergartens: Er ist gleichsam aus mehreren Quadern zusammengesetzt, eine einheitliche Dachfläche gibt es nicht. Ganz im Gegenteil: Weil durch die Schächte ein großer Teil des Lichtes geleitet wird, müssen sie bleiben, die Sanierung muss also um diese notwendigen Aufbauen herum geführt werden. Weil das Dach selbst nie gepflegt wurde, ist es stark vermoost und die Folie selbst undicht. Auf das Dach sollte man nicht mehr treten, sonst gehe noch mehr kaputt, warnte Denocke, doch der halbe Ausschuss wollte sich selbst ein Bild machen. Und fand hoch oben doch nur bestätigt, was das Fachdezernat vorher verkündet hatte: Die Anschlüsse der Platten an allen ausgehenden und berührenden Teilen sind undicht. Die Zinkbleche sind vielfach gerissen, das Wasser läuft runter und kommt bei den Fenster innen wieder raus. Trotzdem: Eine "erhöhte Dringlichkeit" sei nicht ersichtlich, führte anschließend Wilhelm Mevert (SPD) aus, die Verwaltung sollte aber einen Sanierungsvorschlag für den oberen Dachbereich ausarbeiten oder ihn durch Dritte erstellen lassen. Thomas Stübke (Grüne) sprach sich dafür aus, die energetischen Maßnahmen bei der Dachdämmung gleich mit anzupacken, dann habe man lange Jahre Ruhe. Rolf Wischhöfer als Fachbereichsleiter wies daraufhin, dass der Ausschuss in der letzten Sitzung auch über die Wünsche der Kindergartenleitung diskutiert habe, neue Räumlichkeiten durch An- oder Aufbau zu schaffen. Obman das verknüpfen solle? Sassenberg stufte die Frage der fehlenden Räumlichkeiten eher als "vorweihnachtlichen Wunschkatalog" ein und wollte die Sanierung auf eine Frage reduziert sehen. "Was ist unabdingbar?" Sassenberg sah eine weitere Gefahr: Durch die Umstellung des Haushaltes auf die Doppik, der städtische Gebäude ganz anders bewerte als die frühere Haushaltsführung, müsse geprüft werden, "wie sich diese Dinge auf die Kindergartengebühren auswirken". Aus bautechnischer Sicht, so beharrte Wischhöfer auf seinem Standpunkt, müsse das Dach dennoch angepackt werden. Zahlen, Zahlen, Zahlen: Man müsse den Unterhalt ins Verhältnis zu den Kosten setzen, forderte Martin Schulze-Elvert (CDU): "Wenn es sich nicht rechnet, investieren wir doch nicht." Zwar sah Wischhöfer wenig bis gar keinen Sinn darin, die Abrechnungen der letzten fünf Jahre herauszusuchen, doch der Ausschuss war sich einig:Sie werden dem Protokoll beigefügt.

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