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Arbeiten an Fassade sollen 200 000 Euro kosten / Fachausschuss vermisst Vorlage

Politik tappt bei Rathaus im Dunkeln

Bad Nenndorf (rwe). Die Samtgemeinde Nenndorf muss sparen, doch nun kommt einer weiterer dicker Brocken auf sie zu. Die Fassade des Rathauses muss an drei Seiten erneuert werden. Gut 200 000 Euro sind nötig, um auf die Mauern wie heute üblich gleich eine Wärmedämmung aufzubringen. Dem Wirtschaftsausschuss stieß die Nachricht übel auf, auch weil die Verwaltung den Punkt nicht ausreichend vorbereitet hatte. Die Politiker empfahlen, für die dringend erforderlichen Arbeiten 100 000 Euro in den Haushalt aufzunehmen, versahen die Position aber mit einem Sperrvermerk.

veröffentlicht am 30.11.2007 um 00:00 Uhr

Bauamts-Mitarbeiter Gregor Krumpholz (l.) erläutert den Politike

So ein wenig tappten die Mitglieder des Nenndorfer Wirtschaftsausschusses in Sachen Rathaus im Dunkeln. Allerdings hatte das weniger mit der abendlichen Ortsbesichtigung zu tun, als mehr mit der ihrer Ansicht nach mangelnden Vorbereitung der Rathaussanierung. Vor der Sitzung hatte Mitarbeiter Gregor Krumpholz die nötigen Arbeiten an der Fassade erläutert, die extra von Scheinwerfern der Bad Nenndorfer Feuerwehr angestrahlt wurdet. So muss die Außenwand des hinteren Treppenhauses saniert werden. Da dazu kommen die Fensterstürze an der Front und die Fassade am Nordflügel. Begnügt sich die Samtgemeinde mit einem Mörtelgewebe und einem einfachen Anstrich, wäre das etwa 97 000 Euro teuer. Will der Rat die Wände wie heute üblich gleich mit einem 16 Zentimeter dicken Verbundsystem dämmen, dann verdoppelt sich die Ausgabe auf fast 200 000 Euro. Die eingesparte Energie gab Krumpholz mit insgesamt 105 000 Kilowattstunden pro Jahr an oder 21 Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß. Die damit verbundene finanzielle Ersparnis hatte er aber nicht parat. Angesichts der Summen mussten die Politiker schlucken, schließlich muss Nenndorf nächstes Jahr ohnehin neue Schulden machen. "Eigentlich bin ich hergekommen, um zu streichen", sagte WGN-Ratsfrau Heike Beiersdorfer. Sie vermisste eine Vorlage, fühlte sich nicht ausreichend informiert und richtete deutliche Worte an die Verwaltung. Beiersdorfers Antrag, kein Geld in den Etat zu stellen und das Thema zu vertagen, fand aber keine Mehrheit. Allerdings konnten sich dieübrigen Mitglieder ihrer Kritik an der mangelhaften Vorbereitung anschließen. "Aber es muss ja was gemacht werden", begründete SPD-Ratsherr Heinz-Joachim Gresel, dass die Politik das Thema nicht verschieben kann. Der Zustand sei nicht erst seit gestern bekannt.



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