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AdU-Vorsitzender Meyer wiedergewählt / Referent trifft Nerv

"Politik macht uns zu Angsthasen"

Weserbergland (kar). "Aufbruchstimmung" beschwor der AdU-Vorsitzende Ulrich Meyer bei der Jahreshauptversammlung im Hotel "Stadt Hameln" in der Rattenfängerstadt und stellte eine optimistische Grundeinstellung bei heimischen Unternehmen fest, die sich - so Meyer kritisch - aber trotz steigender Umsätze noch nicht so recht trauten, "zukunftsorientiert Neueinstellungen vorzunehmen". Meyer provokant: "Zu was für Angsthasen hat uns die Politik mitihrer Beschäftigungspolitik gemacht?"

veröffentlicht am 16.03.2007 um 00:00 Uhr

Dr. Henrik Müller

In einer zum Teil von Regularien geprägten Sitzung, die Meyer als AdU-Vorsitzenden wiederwählte und künftig als "Arbeitgeberverband der Unternehmen im Wesergebiet e.V." firmiert, standen wirtschaftliche Aspekte im Brennpunkt, brach Meyer eine Lanze für den "eigentümerdominierten Mittelstand", Rückrat des AdU, unterstrich die Notwendigkeit, vorhandenes Fachwissen möglichst lange zu halten und den Blick für konkrete Alternativen im globalen Wettbewerb zu schärfen. Mit seinem Appell für die Bestandspflege der Region spielte der AdU-Chef dem Hauptredner der Sitzung, Dr. Henrik Müller, den Ball zu. In knappen, prägnanten Thesen referierte der Geschäftsführende Redakteur des "Manager Magazins" zum Thema "Wirtschaftsfaktor Patriotismus - Vaterlandsliebe in Zeiten der Globalisierung" und traf damit durchaus den Nerv der Zuhörer. Untermauert durch internationale Statistiken, hinterfragte Müller den "deutschen Blues", eine seit Jahren andauernde pessimistische Grundhaltung, mit der die Bundesbürger im Ländervergleich das Schlusslicht bilden. Ursachenforschung in der Historie brachten den Volkswirt und Journalisten zu dem Schluss, dass sich deutsche Identität und Patriotismus vorrangig aus wirtschaftlichen Erfolgen rekrutiere und Wirtschaftseinbrüche als Folge der Globalisierung entsprechende Verunsicherung produzierten. Im Vertrauen auf die Aussagen jüngerer, aufstrebender Führungskräfte mit entsprechender Auslandserfahrung sieht Müller aber eine positive "neue deutsche Welle", die vor allem vom Mittelstand getragen werde, der im Gegensatz zu international operierenden Unternehmen eher bereit sei, in die Region zu investieren. Provokant plädierte Müller als Fazit seiner Ausführungen für "konsequenten Föderalismus" als Bollwerk gegen negative Globalisierungsauswüchse.



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