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Konstituierende Ratssitzung als Neuanfang: Politiker setzen auf sachliche Arbeit zum Wohle der Stadt

Polemik? Alle sind richtig nett zueinander ...

Bückeburg. Wo bei der letzten konstituierenden Sitzung des Rates vor zwei Jahren nach dem Mehrheitswechsel noch die Fetzen flogen und Kampfabstimmungen hin und her wogten, war bei der konstituierenden Sitzung des neue Rates am Donnerstagabend eitel Sonnenschein im Rathaus angesagt. Alle, wirklich alle Entscheidungen, wurden einstimmig und sogar ohne eine einzige Enthaltung gefällt.

veröffentlicht am 11.11.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

Der hauptamtliche Bürgermeister Reiner Brombach (Mitte) mit sein
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Gegenkandidaten beim Besetzen derÄmter gab es nicht, die im Vorfeld getroffenen Absprachen wurden eingehalten wie die Reduzierung der ehrenamtlichen Bürgermeister-Stellvertreter-Posten von drei auf zwei. Statt Polemik gab es Nettigkeiten. Ein Beispiel gefällig? Als sich CDU-Fraktionschef Christopher Wuttke das Amt des "Schützensenators" griff und das unter allgemeinem Gelächter mit "Da bin ich scharf drauf" begründete, kommentierte das der frisch gewählt Ratsvorsitzende Reinhard Luhmann mit: "Dann wünsche ich viel Spaß bei der Ausübung dieses wichtigen Amtes." Sowohl Bürgermeister Reiner Brombach, Ratsvorsitzender Reinhard Luhmann, Mehrheitschef Bernd Insinger, CDU-Chef Wuttke und Alt-Bürgermeisterin Edeltraut Müller appellierten an den neuen Rat, die Streitigkeiten der Vergangenheit zu beenden und zum Wohle der Stadt und der Bückeburger zu arbeiten. Brombach: "Ich wünsche uns eine kontinuierlich gute und kontinuierlich wirkungsvolle Arbeit zum Wohle der Stadt und im Dienste der Bückeburger; im freundschaftlichen Rahmen und als Einheit nach außen". Luhmann wünschte sich weniger Polemik, Egoismus und Selbstdarstellung der Einzelnen: "Dann sollte unsein neues Motto ?Miteinander die Zukunft Bückeburg gestalten' gelingen". Bernd Insinger kündigte an, dass seine Gruppe "nicht daran interessiert ist, aus Mehrheitsgründen etwas durchzusetzen. Wir werden unsere Duftmarken setzen, aber wir werden ihre Vorschläge nicht rundweg ablehnen, sondern sie sachlich prüfen und umsetzen, wenn sie gut sind." Was auf offene Ohren bei seinem Pendant Christopher Wuttke traf: "Aus diesem Rat müssen gute Entscheidungen kommen, dafür sind wir gewählt worden." Gute Entscheidungen und sachliche Arbeit seien gefragt, um die Wähler bei der nächsten Kommunalwahl wieder an die Urnen zu locken. Eine Feststellung, die zuvor auch die ehemalige Bürgermeisterin und jetzige "WIR"-Ratsfrau Edeltraut Müller getroffen hatte. "Die Politik hat das Vertrauen der Wähler vor Ort verloren. Wir alle - bis auf die Grünen - haben viele Stimmen verloren". Es sollte ein Neubeginn gemacht werden, verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Einen ganz besonderen Vorschlag zur neuen Harmonie brachte noch der frisch gewählte stellvertretende Ratsvorsitzende Ludwig Pohl (CDU) ein. Der Rat sollte die Sitzordnung ändern und künftig in Hufeisenform sitzen: "Damit wir uns näher kommen."

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