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Wolfgang Westphal dirigiert einmal mehr Bachs Weihnachtsoratorium

Pointiert, strahlend, nuanciert - und ganz ohne Weihnachtsroutine

Rinteln (dis). "Jauchzet, frohlocket!" Den Eingangs-chor zur ersten Kantate aus Bachs "Weihnachtsoratorium" stimmten der Schaumburger Oratorienchor, der Jugendchor der evangelischen Singschule und das Schaumburger Kammerorchester am vergangenen Sonnabend in St. Nikolai mit einem Schwung an, der wahrlich nicht nach Weihnachtsroutine klang. Pointiert, strahlend, nuanciert - Dirigent Wolfgang Westphal brachte Bachs Musik auf den Punkt.

veröffentlicht am 03.01.2007 um 00:00 Uhr

Es ist so eine Sache, immer wieder das gute, alte "WO" zu präsentieren, ein Garant für ausverkaufte Kirchen, klar, aber bekannt von vorne bis hinten. Will man es dem Publikum anbieten, braucht es vor allem eines: viel Emotionalität. Ohne Herz geht kein Bach, und daran fehlte es dem Kreiskantor und seinen Mitwirkenden zu keiner Sekunde. Unter Wolfgang Westphals Leitung zeigten sich vor allem die Chöre von ihrer besten Seite. Das begann frisch mit dem "Jauchzet, frohlocket", fand zu inniger Intensität in dem breit ausgekosteten Choral "Wie soll ich dich empfangen" und führte mit unternehmungslustiger Kraft zum "Brich an, o schönes Morgenlicht". Westphal sorgte mit klaren dynamischen Differenzierungen und kontrastierenden Tempi für die jeweils inhaltlich passende, abwechslungsreiche Interpretation. Und sein mit differenziertem Klangsinn aufspielendes Orchester bot einen sicheren Hintergrund für diese Leistung. Bemerkenswert waren neben Bläserglanz und Paukenkraft die obligaten Arien-Begleitparts von Oboen, Flöte, Violine und Trompete. Auch die Streichergruppe machte nicht erst in der sanft wogenden Sinfonia angenehm auf sich aufmerksam und kam des Kreiskantors Intentionen sehr wohl nach. Ebenso verhielten sich die vier Gesangssolisten: Der auswendig vortragende Tenor Simon Bode artikulierte seinen Evangelienbericht plastisch und verstand sichüberdies auf die Arie "Frohe Hirten". Mareike Morrs dunkeltönender, warm schimmernder Alt bezauberte unter anderem im von weichen Geigentönen des Konzertmeisters umrahmten "Schließe, mein Herze". Ina Westphals tragender Sopran entfaltete im Duett "Herr, dein Mitleid" überzeugenden Wohllaut. A propos Duett: An dem beteiligte sich zudem Bariton Sebastian Brendel mit stimmlicher Kraft und gekonntem Ausdruck. Von den gleichen Tugenden hatte vorher schon die Arie "Großer Herr" gezehrt. Die Zuhörer bedachten die rundum gelungene Aufführung mit ganz viel Applaus.



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