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Kirchengemeinde Kathrinhagen: Hommage an Hanns Dieter Hüsch zum Saison-Abschluss

Poet, Prediger, Gedankengänger und Zweifler

Rolfshagen (rnk). "Nein", sagt die Küsterin energisch. Nein, nach der Pause sollten die Besucher nicht mit einem langsamen und ruhigen Musikstück zum zweiten Teil des Programms empfangen werden, sondern mit etwas Fetzigem. Wie das klingen könnte, macht Stefanie Schulte-Rolfes selber vor: Sie setzt sich an die kleine Orgel und legteinen Boogie-Woogie hin, der sich gewaschen hat. "Gottfried Böttcher könnte es auch nicht besser", kommentiert Jürgen Leo.

veröffentlicht am 12.11.2007 um 00:00 Uhr

Wenn die Mutter mit dem Sohn: Stefanie Schulte-Rolfes haut in di

Die Stimmung ist an diesemÜbungsabend also bestens, Schulte-Rolfes, Leo sowie Lara Kuhlmann und Samuel Rolfes proben seit gut drei Wochen ein Programm, das am 18. November in der Christuskirche zu Rolfshagen die Reihe der "Konzerte im Kerzenschein" beenden wird. Es ist ein ambitioniertes Projekt, denn alles wird sich um den vor zwei Jahren verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch drehen. Hüsch war nach seinen eigenen Worten ein fahrender Poet, ein Gedankengänger und Glückskind, ein Prediger und ein Zweifler, der mit seinen Träumen den harten Boden der Wirklichkeit durchpflügte, indem er die Liebe gegen die Ohnmacht setzte: Unter dem Motto "Es kommt immer was dazwischen" will das Quartett literarisch und musikalisch für ein unterhaltsames Programm sorgen. Ambitioniert ist das Projekt, weil mit ihm neue Wege eingeschlagen oder zumindest ausprobiert werden: Weg von der eingekauften Kultur, hin zu etwas Eigenem. Das spart zudem noch Geld für Gagen. Nach dem Rückzug des Hauptsponsors bleibt ja nur noch ein eher kleiner Etat. Also muss improvisiert werden. Ein Beispiel dafür war das "Trio kali gari", das vor drei Wochen in Rehren auftrat - auf der Basis von Spenden. Geld für eine angemessene Gage war im Etat nicht mehr vorhanden. Jürgen Leo mit seinen vielen Kontakten in die Künstlerszene vermittelte den Auftritt - und hat sicherlich ein gutes Wort für einen Auftritt im Auetal eingelegt. In mehreren Proben haben Küsterin Schulte-Rolfes, ihr Sohn, Lara Kuhlmann und Leo das zweiteilige Hüsch-Programm einstudiert. Vor der Pause kommt der Sprachakrobat, der Spötter und gallig-bittere Beobachter zu Wort, der dem Leben so einiges abguckt hat. Nach der Pause ist der Humanist zu hören, der trotz des täglichen Lebens und Leidens Glaube, Liebe, Hoffnung bewahrt hat, der weise Künstler, dem bewusst ist, dass die Welt, so Hüsch, aus einem feinstgesponnenen Gewebe besteht, aber, welche Freude, sie hält. Der stets für ein tolerantes, nicht rechthaberisches Christentum eintretende Hüsch, der als körperlich Behinderter geboren wurde und für Toleranz gegen Übertreibungen und Ausgrenzung von Menschen ("Ich sing für die Verrückten, die seitlich Umgeknickten...") eintrat, er ist der würdige Abschluss der Konzert-Saison. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Spenden werden gern entgegen genommen. Und fetzig, das ist versprochen, wird es nicht nur nach der Pause.

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