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Vorlesetag im Kindergarten St. Marien / Hund "Flocki" erlebt sein erstes Weihnachtsfest

Pörtner: Meine Familie dreht durch, wirklich!

Bückeburg (bus). "Meine Familie dreht durch, wirklich!", sagt Friedel Pörtner. Er liege harmlos auf dem Teppich im Wohnzimmer. Alle viere weit von sich gestreckt. "Sonst bückt sich immer mal einer und st reichelt mich. Aber heute stolpern sieüber mich." Natürlich spricht der ehemalige Landtagsabgeordnete nicht über sich selbst. Wir sind im Kindergarten St. Marien und Pörtner liest den älteren Mädchen und Jungen eine Geschichte vom Hund "Flocki" vor, der zum ersten Mal ein Weihnachtsfest erlebt.

veröffentlicht am 26.11.2008 um 00:00 Uhr

Diana Klausnitzer und Friedel Pörtner (stehend) stimmen die Mädc

Die Unternehmung ist Bestandteil des von der "Die Zeit" und der "Stiftung Lesen" ins Leben gerufenen "Vorlesetages", der jedes Jahr Prominente und Personen desÖffentlichen Lebens in Schulen, Kindergärten oder Seniorenheime führt. Pörtner ist seit langer Zeit aktiver Begleiter dieser Aktion. "Der Besuch stellt eine angenehme Ergänzung unserer Aktivitäten dar", erläutern Kindergartenleiterin Dorothee Andratschke und Erzieherin Diana Klausnitzer. Nicht, dass in St. Marien nicht regelmäßig vorgelesen werde, aber ein den Kindern relativ unbekannter Vorleser erhöhe deren Aufmerksamkeit um eine zusätzliche Nuance. Einer Studie zufolge wird einem Drittel der deutschen Kinder niemals vorgelesen. "Das ist ein besonders fataler Befund", so die Forscher, "wenn man bedenkt, dass mit dem Vorlesen ein Grundstein gelegt wird, der später nicht mehr nachgeholt werden kann". Vorlesen fördere nicht nur die Sprachentwicklung, sondern stimuliere auch Konzentration, Zuhörfähigkeit, Fantasie und nicht zuletzt die Neugier. Die Studie wird durch eine zweite relativiert, in der lediglich 18 Prozent der Eltern angeben, ihrem Nachwuchs niemals vorzulesen. Diese Hintergründe sind aber in St. Marien, wo laut Ex-MdL "Papa gerade einen Baum ins Wohnzimmer schleppt", von vernachlässigbarem Interesse. "Er hat den Baum bestimmt für mich geholt, damit ich bei der Kälte nicht mehr raus muss, um mein Bein am nächsten Straßenbaum zu heben", lässt Pörtner wissen. Aber nix da - Papa keift: "Der ist nicht für dich." Woraufhin Pörtner / "Flocki" beleidigt ist: "Schwanz eingekniffen und unters Sofa gekrochen." Das leuchtet der jungen Zuhörerschaft ein.

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