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Vorrücken der Platzkante durch die "Domhof-Galerie" entspricht altem Vorbild / Großer Domhof soll autofrei werden

Planer verteidigen ihr stadtplanerisches Konzept

Minden. Was verändert sich mit dem Bau des Einkaufscenters "Domhof-Galerie" am Kleinen und Großen Domhof? Was gewinnen beziehungsweise verlieren die beiden Plätze in Mindens Innenstadt? Wie sieht die künftige Platzkante aus? - Fragen, die in öffentlichen Veranstaltungen zur geplanten Domhof Galerie im Rathaus-Quartier immer wieder gestellt wurden. "Zahlreiche Bürger äußerten in der Vergangenheit ihre Bedenken, die aber mit entsprechender Information zu den Planungen weitgehend genommen werden konnten", sagt Klaus-Georg Erzigkeit, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz.

veröffentlicht am 20.09.2007 um 00:00 Uhr

Wie sich die Planer den künftigen Blick vom großen Domhof in Ric

So soll der Kleine Domhof nach dem Stand der aktuellen Planungen etwa 50 Quadratmeter an Fläche verlieren. Dafür erhält der Platz aber wieder annähernd seinen historischen Grundriss zurück, wobei die Verbindung zwischen Markt und Dom wieder breiter wird. "Der Jahrhunderte alte Blick vom Marktplatz zum Dom wird ab 2011 wieder vollständig möglich sein, weil die Domhof-Galerie weiterzurückversetzt gebaut werden soll", fasst Stadtplaner Andreas Markgraf zusammen. Erst der Rathaus-Neubau weicht von der historischen Fassadenkante ab und verdeckt seit 1978 große Teile des mehr als 1200 Jahre alten Doms. "Bester Missgriff des Jahrhunderts - ,Vatermörder' Rathaus-Betonklotz-Neubau schnürt Mindens Wahrzeichen ein" titelte im September 1976 die Mindener Allgemeine. Berichtet wurde in dem Zusammenhang von wütenden Bürgern, heftiger Kritik und "Schildbürgerstreich", was deutlich mache, dass der Rathaus-Neubau, dessen geplanter Abriss aktuellmit einem Bürgerbegehren verhindert werden soll, seinerzeit sehr umstritten war, sagt Markgraf. Sogar ein Baustopp sei gefordert worden. Seine jetzige Platzkante erhielt der Kleine Domhof erst mit dem Bau des Rathaus-Neubaus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Mitte der 1970er Jahre befand sich der Zentrale Omnibusbahnhof im Rathaus-Quartier. Eine Bebauung gab es nach der Zerstörung zunächst keine. Aber Planungen des Berliner Architekten Werner March zu Beginn der 50er Jahre zum Wiederaufbau am Kleinen Domhof gingen von der Aufnahme der ehemaligen Platzkante aus. Die Planungen wurden nicht verwirklicht. Vor 1945 begrenzten Häuser den Platz. "Die Domhof-Galerie orientiert sich am Fassadenverlauf der Gebäude, wie sie bereits im 15. Jahrhundert hier standen", nennt Oliver Quint Projektverantwortlicher des Investors Multi Development Germany GmbH (Duisburg) einen wichtigen Aspekt der Planung. Vor dem jetzigen Eingang des Rathauses am Kleinen Domhof fällt Fläche weg, hinzu kommt Fläche im Bereichzwischen Verwaltung und ehemaliger Sparkasse, die künftig Raum für vielfältige Gastronomie - unter anderem auch wieder ein Café - bietet. Durch die Aufweitung des Kleines Domhofes zum Markt hin könne wieder mehr Licht von Süden her einfallen. "Die Neukonzeption ist schlüssig", glaubt Beigeordneter Klaus-Georg Erzigkeit. Der Große Domhof bleibt inklusive der Platzkanten in seiner kompletten Form erhalten. Die Fassade des Gebäudes Großer Domhof 2 bleibt bis auf den Eingang zur Domhof Galerie komplett erhalten. Auch das Gebäude Großer Domhof 3 behält seine Kubatur und wird sich mit der Fassade in den übrigen historischen Kontext integrieren (siehe Zeichnung). "Aus dem Parkplatz wird wieder ein Platz für die Menschen", so Oliver Quint. Die Autos "verschwinden" mit der Tiefgarage unter die Erde. Die Zufahrt für die Tiefgarage von der Vinckestraße ist lediglich für Pkw bestimmt und einspurig. Sie werde zudem gestalterisch in den Platz integriert.

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