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Diskussion um Gesteinsabbau im Rintelner Rat / Wie ist die Situation in 20 Jahren?

Pläne der NNG sind längst bekannt - Rat will sie trotzdem nochmals hören

Rinteln (wm). Die Norddeutsche Naturstein GmbH will die Rintelner Ratsherren wie den Ortsrat Steinbergen zu einer Informationsveranstaltungüber ihre künftigen Pläne einladen - und der Rintelner Rat beschloss am Donnerstagabend in seiner jüngsten Sitzung, diesen Termin - Zeitpunkt noch unbekannt - auch wahrzunehmen.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 15:36 Uhr

Heinrich Sasse wie Gert-Armin Neuhäuser (WGS) gehen davon aus, dass die Ratsherren nichts Neues zu hören bekommen werden, denn die Pläne der NNG sind längst bekannt: Der Kamm soll abgetragen werden. Diese Pläne habe die NNG der Presse wie dem Auetaler Rat bereits detailliert vorgestellt. Es sei doch offensichtlich, appellierteNeuhäuser an seine Ratskollegen, dass die NNG aus einem "vermeidbaren Debakel jetzt auch noch Profit schlagen will." Hätte die Naturstein GmbH wie branchenüblich in Terrassen abgebaut, wäre die jetzige Situation gar nicht entstanden. SPD-Fraktionssprecher Klaus Wißmann sah keine Eile für einen erneuten Beschluss: Auf die sechs Wochen bis zu dem Informationsgespräch mit der NNG komme es jetzt auch nicht mehr an. Dass die Lage etwas komplizierter ist, darauf machte Günther Maack (CDU) in der Diskussion aufmerksam: Es bestehe die Gefahr, dass der Hang unkontrolliert abrutsche - man müsse ernsthaft prüfen, ob es nicht besser wäre, das rutschgefährdete Gestein abzutragen und auf dem dann neu entstandenen Kamm einen Wanderweg anzulegen. Hier sollte man nicht zu kurzfristig denken sondern fragen, "wie ist die Situation in zehn oder 20 Jahren?" Auch Ursula Helmhold (Grüne) räumte ein, der Rat befinde sich in einer Zwickmühle: "Was uns hier im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße fällt, haben wir nicht verursacht und auch nicht zu verantworten." Sie stimme bedenklich, dass sie jüngst die Information erhalten habe, der Messingsberg solle aus einer EU-Liste für Vogelschutzgebiete gestrichen werden. Da stelle sich sofort die Frage, ob hier nicht die Teillöschung des Schutzgebietes am Messingsberg eingeläutet werde. Sasse lenkte auch den Blick auf die zeitliche Dimension: Eine Rekultivierung sei bis 2060 angestrebt. Er habe bei der Verhandlungstaktik der NNG den Verdacht, hier werde solange ein Projekt als "Hangsicherung" kommuniziert, "bis alle das endlich glauben und akzeptieren". Er hege nun einmal ein grundsätzliches Misstrauen gegen Verhandlungspartner, die Gutachten vorlegen, die sich kurze Zeit später als falsch erweisen. Neuhäuser beantragte, kommentarlos die neuen Pläne der Naturstein GmbH abzulehnen. Die Ratsmehrheit entschied - bei sechs Gegenstimmen - anders, sie will erst die Gesteinsabbauer anhören.

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