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K+S-Salz: Rettet länderübergreifender Runder Tisch Werra und Weser?

Pipeline zur Nordsee im Gespräch

Weserbergland (dpa). Die Salzbelastung von Werra und Weser müsse unbedingt weiter gesenkt werden, forderten die Landtagsfraktionen von CDU und FDP in Hannover gestern bei einer Expertenanhörung der Landtage von Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen mit mehr als 50 Teilnehmern in Kassel. Es ging es um die geplante 63 Kilometer lange Pipeline, mit der der Kasseler Spezialsalz- und Düngemittelhersteller K+S salzhaltiges Abwasser eines Kaliwerks in Neuhof-Ellers bei Fulda nach Philippsthal in die Werra und damit in die Weser leiten will. Es müssten umgehend Alternativen zur geplanten Salzpipeline untersucht werden.

veröffentlicht am 16.03.2007 um 00:00 Uhr

"Die umweltpolitischen Erfolge in den letzten Jahren dürfen nicht durch die geplanten zusätzlichen Salzeinleitungen gefährdet werden", sagte die CDU-Umweltexpertin Anne Zachow. Die Landesvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Dorothea Steiner, sagte: "Wir können nur etwas bewegen, wenn die Grenzwerte drastisch abgesenkt werden." Die Auswirkungen der Salzeinleitungen seien für die Artenvielfalt "verheerend". Vom Kasseler Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde der Salzleitung hieß es, dass noch keine Alternative gefunden sei. Das Regierungspräsidium habe 26 Universitäten in Österreich, Tschechien, der Slowakei, der Schweiz und Deutschland angeschrieben und um Vorschläge gebeten. "Bisher haben wir nichts Konkretes gehört, was das Problem lösen könnte." Diskutiert werde aber auch über eine Pipeline bis zur Nordsee, um so den Fluss nicht zu belasten. Auch Minister Dietzel sagte, dass über eine solche mehrere hundert Kilometer lange und vermutlich 500 Millionen Euro teure Leitung "nachgedacht werden muss". Naturschützer forderten von K+S mehr Investitionen für die Umwelt. "Wer das Problem verursacht, muss es auch beseitigen", sagte Stephan Gunkel vom BUND. "Die Einleitungsmenge ist schon heute so gewaltig, dass die Werra und mit ihr die Weser geschädigt wird." Störungen des Biotops gebe es schon von 500 Milligramm Chlorid pro Liter an. Der Grenzwert von 2500 Milligramm stamme noch aus dem Jahr 1943 und sei nur für den Krieg gedacht gewesen. "Pro Kilometer Flusslinie gibt es in der Werra etwa sieben Kilogramm Fisch. Normal sind 50 bis 100 Kilo." Gunkel schlug einen länderübergreifenden Runden Tisch vor. Trotz des milden Winters hat K+S das Jahr 2006 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. "Es ist das bislang beste Geschäftsjahr in der Geschichte der K+S-Gruppe", sagte der scheidende Konzernchef Ralf Bethke. K+S erzielte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,96 Milliarden Euro.



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