weather-image
11°

Wege auch für Ältere und Rollstuhlfahrer / Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder wächst zusammen

Pilgerprojekt „Ich gehe mit…“ nimmt Form an

Neuhaus (spe). Die evangelischen Kirchengemeinden Neuhaus/Fohlenplacken und Silberborn liegen direkt am Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Daraus ist die Idee für ein bislang einmaliges Projekt geboren, das Menschen die Erfahrung des Pilgerns als „Gehen mit Gott“ ermöglichen soll, und zwar auch Menschen, die keine längeren Strecken bewältigen können, wie ältere Menschen, Rollstuhlfahrer und Familien.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 20:30 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:21 Uhr

Der Kirchenchor singt bei der Infoveranstaltung in der Christusk
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Streckenabschnitte

sind überschaubar

Geplant sind unter dem Motto „Ich gehe mit…“ Pilgerangebote in der Naturlandschaft des Sollings auf überschaubaren Streckenabschnitten. Eine Pilgerbegleitung mit Ehrenamtlichen wird zurzeit erarbeitet. Die Hochsolling-Kirchengemeinden haben in der voll besetzten Christuskirche Neuhaus den Start ihres innovativen Pilgerprojekts gefeiert.

Die Idee zum Projekt hatte Superintendent Ulrich Wöhler, und im Hochsolling haben sich seit Herbst 2007 viele Ehrenamtliche auf den Weg gemacht, es umzusetzen: Der „Freundeskreis Pilgerprojekt“ wurde gegründet, ein Konzept und ein Förderantrag für die Landeskirche ausgearbeitet, ein Probepilgern fand statt.

Inzwischen nimmt das Projekt konkretere Formen an, wovon Pastorin Sabine Kovacevic bei der Infoveranstaltung in der Christuskirche berichtete. Alle drei Gotteshäuser – die Christuskirche in Neuhaus, die Markuskirche in Silberborn und die Waldkapelle in Fohlenplacken – sollen eingebunden und mit Pilgerwegen erschlossen werden.

2 Bilder

Im ersten Jahr wollen die Organisatoren zunächst die eigenen Mitglieder der beteiligten Gemeinden ans begleitete Pilgern heranführen. Pilgerbegleiter zur geistlichen Begleitung müssen noch ausgebildet und Spezialangebote für Jugendliche ausgearbeitet werden. Danach soll das Angebot kirchenkreisoffen sein, sich schließlich an alle Pilgerinteressenten wenden. Es soll Gebetsstationen auf dem Weg und Pilgerherbergen in Neuhaus und Silberborn für Langstreckenpilger, einen Kräutergarten in Silberborn und eine „Klagemauer“ geben, auf der Sorgensteine abgelegt werden können.

Bis Ende letzten Jahres war Pastorin Sabine Kovacevic mit je einer halben Stelle für die Kirchengemeinde St. Michaelis Holzminden und für die Hochsolling-Kirchengemeinden zuständig. Seit 1. Januar ist diese Stellenteilung aus Gründen der Personalkosteneinsparung aufgehoben, eine halbe Pastorenstelle verblieb für die Kirchengemeinden im Hochsolling.

Über das Pilgerprojekt soll daraus wieder eine ganze werden, und es sieht gut aus: Die Landeskirche Hannover hat den Projektförderantrag bewilligt und fördert über ihren Innovationsfonds fünf Jahre lang eine Viertelstelle. Das letzte Viertel müssen die Gemeinden über eingeworbene Spenden aufbringen, wobei der Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder sich nach einem Bonifizierungsprinzip im Verhältnis zwei zu eins beteiligt: „Für 100 Euro eingeworbene Mittel gibt es 50 Euro vom Kirchenkreis hinzu“, erklärte Kirchenvorsteher Karsten Möller. Es gehe darum, Wege zu öffnen und Menschen zu begeistern, die bereit seien, mit Tatkraft, Ideen oder finanziell das Projekt zu unterstützen.

Für Pastorin Kovacevic und Kirchenvorsteherin Maritta Nehb hatte Karsten Möller eine Überraschung parat: Sie durften eine große Spendensammelkugel aus Ton aus Hochsollinger Produktion enthüllen. Wie groß die Motivation und das Interesse an dem Pilgerprojekt ist, bekundete der gute Besuch der inszenierten Infoveranstaltung. Unter anderem waren Superintendent Wöhler, Holzmindens Bürgermeister Daul und die beiden Ortsbürgermeister Peter und Timmermann gekommen. Superintendent Wöhler freute sich über den viel versprechenden Start: „Die Gemeinde profiliert sich, erkennt, dass sie in einem touristisch interessanten Gebiet liegt und macht etwas daraus.“

Nach dem Vortrag spenden die Gäste in die Tonkugel.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt