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Fachkundige Unterstützung im Kreis

Pilgern zum Schnuppern mit Begleitung

Halle (nig). Pilgern liegt im Trend. Das Buch von Hape Kerkeling, in dem er seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg beschreibt, hat auch im Landkreis Holzminden die Lust am Pilgern geweckt. Zumal mit dem offiziellen Pilgerweg „Loccum-Volkenroda“ eine Strecke praktisch vor der Haustür liegt.

veröffentlicht am 02.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Wer allerdings nicht die Zeit hat, den kompletten Weg zu beschreiten, und nur mal einen Tag lang Pilgerluft schnuppern will, für den sind geführte Pilgerwanderungen eine reizvolle Alternative. Angeführt von zertifizierten Pilgerbegleitern, wird in kleinen Gruppen eine kleine Tagesetappe beschritten.

Sabine Brennecke aus Halle ist eine von insgesamt 18 zertifizierten Pilgerbegleitern. Gemeinsam mit Gerd-Peter Kluwe führt sie die Pilgergruppen über die 18 Kilometer lange Etappe zwischen Hameln und Lüntorf. Weitere Etappen gibt es zwischen Bodenwerder und Amelungsborn, die Anja und Markus Bohling betreuen sowie zwischen Kirchbrak und Stadtoldendorf mit den Pilgerbegleitern Carola Forth-Diekhoff und Dieter Prüschenk.

„Jeder, der mitgehen möchte, kann sich gerne an uns wenden“, sagt Sabine Brennecke. Es gibt feste Termine für die jeweiligen Strecken, die in einem Pilgerkalender veröffentlicht werden. Weitere Etappen und Termine für Gruppen können auf Anfrage angeboten werden. Die Bilanz nach der ersten Pilgersaison fällt durchweg positiv aus, alle angebotenen Termine wurden bereits gut angenommen. „Viele sind neugierig, was Pilgern eigentlich ist“, berichtet die ehrenamtliche Pilgerbegleiterin, die gute Erfahrungen gesammelt hat. „Obwohl wir nur einen Tag unterwegs sind, bleibt bei den Menschen schon etwas hängen.“

Denn das Pilgern unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Wanderung. Gebete werden gesprochen, christliche Lieder gesungen, auch wenn der religiöse Gedanke nicht unbedingt im Vordergrund steht. „Das Pilgern ist eine Gegenbewegung zur hektischen Konsumgesellschaft“, sagt Sabine Brennecke. „Es ist ein Weg, zur Ruhe und zur Stille zu finden.“

Die Stille – die hat während der eintägigen Pilgeretappe einen großen Stellenwert. Einfach mal eine halbe Stunde ganz bewusst schweigen, ohne Musikbeschallung oder andere Unterhaltung, ist für viele Teilnehmer eine neue Erfahrung.

„So kann man den Grundgedanken des Pilgerns auch schon in einer Tagesetappe erfahren“, sagt die 47-jährige Chemielaborantin, die eher aus Zufall Pilgerbegleiterin geworden ist. „Mein Lebenslauf hat nicht viel mit Kirche zu tun“, sagt sie. Auch bei ihr war das Kerkeling-Buch der Auslöser, sich mit dem Thema Pilgern zu beschäftigen. Kurze Zeit später lernte sie die Pastorin des Pilger-Startpunktes Loccum kennen – und ließ sich schließlich von der Landeskirche zur offiziellen Pilgerbegleiterin ausbilden.

Nun bietet Sabine Brennecke mit großer Begeisterung die Touren zwischen Hameln und Lüntorf an, bereitet die genaue Route mit bestimmten Zwischenzielen vor, stellt für die Teilnehmer ein kleines Programm mit zur Jahreszeit passenden Gebeten und Liedern zusammen. Und jeder Teilnehmer bekommt einen offiziellen Pilgerpass, in dem er die Stempel von allen erreichten Etappenziele sammeln kann. Auch wenn die Pilgersaison in diesem Jahr nun ihrem Ende entgegengeht: Im kommenden Jahr – voraussichtlich ab Ostern – werden neue geführte Wanderungen angeboten. Weitere Informationen gibt es direkt bei Sabine Brennecke in Halle unter 05533/1444 oder im Internet unter:

loccum-volkenroda.de

„Viele sind neugierig, was Pilgern eigentlich ist“, sagt die ehrenamtliche Pilgerbegleiterin Sabine Brennecke aus Halle.

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