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„Bürger-Energie Hummetal“ sichert sich alte Einspeisevergütung / Weitere Projekte geplant

Photovoltaik-Anlagen gehen pünktlich ans Netz

Aerzen/Emmerthal (ll). Die Sonne scheint und der Strom fließt. Auf den Punkt genau hat es die Genossenschaft „Bürger-Energie Hummetal“ geschafft: Die geplanten Photovoltaikanlagen der „Bürger-Energie Hummetal“ sind rechtzeitig ans Netz gegangen. Damit haben sich die 75 Anteilseigner die Einspeisevergütung von derzeit rund 39 Cent pro Kilowatt noch sichern können. Ab kommendem Montag könnte es diesbezüglich schon ganz anders aussehen. Denn vorgesehen ist eine Reduzierung der Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zwischen zehn und 16 Prozent.

veröffentlicht am 01.07.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Mit den Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern in Aerzen und Emmerthal hat die Genossenschaft nun knapp 800 Quadratmeter Fläche zur solaren Stromerzeugung installiert. Auf der Hummetal-Sporthalle in Aerzen, der Grundschule in Groß Berkel und auf Sporthalle in Amelgatzen sind die Solarmodule mit einer Gesamtleistung von etwa 90 Kilowatt Peak innerhalb kürzester Zeit errichtet worden. Für die im April gegründete Genossenschaft war deshalb Eile geboten, weil die schwarz-gelbe Regierung im Bund eine Kürzung der Einspeisevergütung zum 1. Juli 2010 angekündigt hatte.

Von den Dachanlagen in Aerzen und Groß Berkel wird bereits Strom ins öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Die Module auf der Sporthalle in Amelgatzen hingegen könnten zwar auch schon Strom erzeugen, allerdings ist noch kein Anschluss an die Leitungen des Netzbetreibers vorhanden, wie Hartmut Hahn, Initiator des Bürgerprojekts mitteilt. „Trotzdem gilt die alte Einspeisevergütung für die Anlage in Amelgatzen“, sagt der Diplom-Ingenieur. „Weil die Anlage im Juni schon betriebsbereit und angemeldet war.“ Es liege an den knappen zeitlichen Ressourcen des Netzbetreibers, warum die Amelgatzener Module noch nicht ins öffentliche Netz einspeisten, so Hahn.

Zurzeit finanziert sich die „Bürger-Energie Hummetal“ überwiegend aus Eigenmitteln. Nach der Gründungsversammlung im April standen der Genossenschaft etwa 160 000 Euro Eigenkapital zur Finanzierung des insgesamt 280 000 Euro teuren Projektes zur Verfügung. 51 Genossenschaftler hatten sich beteiligt. Innerhalb von zwei Monaten ist die Zahl der Beteiligungen auf 75 gewachsen. „Das Eigenkapital reicht zur Finanzierung der drei Anlagen in Aerzen, Groß Berkel und Amelgatzen aus“, sagt Hartmut Hahn. Die Errichtung weiterer Anlagen auf kommunalen Dächern sei jedoch geplant. Im Gespräch sind die Grundschule in Aerzen sowie weitere gemeindeeigene Gebäude in Emmerthal. „Jetzt können wir aber mit großer Ruhe schauen, was möglich ist“, meint Hartmut Hahn. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen, dass bis zum Jahresende noch „zwei bis drei Projekte folgen“.

Sicher ist jedenfalls, dass es nicht bei der Höhe der alten Einspeisevergütung bleiben wird. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat eine Gesetzesänderung vorgeschlagen, die die Kürzung der Vergütung um 16 Prozent zum 1. Juli 2010 vorsieht. Dieser Plan ist allerdings am Veto der Länder im Bundesrat Anfang Juni gescheitert. Der Bundesrat fordert, die Verringerung der Vergütung auf maximal zehn Prozent zu begrenzen. Nun berät der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat am kommenden Montag erneut, mit wie viel die solaren Stromproduzenten in Zukunft rechnen können. Hartmut Hahn geht davon aus, dass es „irgendwas dazwischen“ wird. Seiner Meinung nach werde sich der Markt den neuen gesetzlichen Regelungen anpassen. Die Hersteller von Solarmodulen müssten sich auf die geringere Einspeisevergütung einstellen und die Produktion der Module optimieren. „Wenn die Vergütung sinkt, werden auf der anderen Seite auch die Anschaffungskosten der Module sinken“, so Hahn. Unter gegebenen Voraussetzungen und auf Basis der drei Standorte in Aerzen, Groß Berkel und Amelgatzen rechnet Hahn mit einer Eigenkapitalrendite zwischen drei und vier Prozent, die jährlich ausgeschüttet werden soll. Durch die Erweiterung der Aktivitäten über Aerzen hinaus, sind laut Hahn, Interessenten landkreisweit aufgerufen, sich an der „Bürger-Energie Hummetal“ zu beteiligen. Die Grenze pro Anleger liegt bei 10 000 Euro.



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