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Geschäftsführer Frank Stührenberg verbreitet nach dem schlimmsten Jahr der Firmengeschichte Zuversicht

Phoenix in Pyrmont kommt wieder in die Kontakte

Bad Pyrmont (uk). „So ein Jahr haben wir alle noch nicht gesehen.“ Wenn Frank Stührenberg, Vertriebsgeschäftsführer des weltweit agierenden Unternehmens Phoenix Contact „wir“ sagt, dann schließt er damit vor allem auch die Gesellschafter Klaus Eisert und Ursula Lampmann ein, die immerhin 50 Jahre Firmengeschichte erlebt haben. Um 19 Prozent brach der Umsatz im Krisenjahr 2009 ein, das entspricht laut Stührenberg 230 Millionen Euro. „Diese 19 Prozent sind mehr alle bisherigen Rückgänge der Firmengeschichte zusammen“, machte der Chef die Dimension deutlich.

veröffentlicht am 25.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Dabei hat das Unternehmen, das aktuell weltweit 9900 Mitarbeiter beschäftigt – 1050 davon in Bad Pyrmont – das Jahr 2009 noch vergleichsweise gut überstanden. „Der Verlust der Branche machte durchschnittlich 25 Prozent aus“, so Stührenberg. Die Aussichten für Phoenix seien aber nicht schlecht, wie auch jüngst die Nachricht erkennen ließ, dass die Kurzarbeit endgültig ausgesetzt worden ist. „Unser Ziel für diese Jahr ist wieder ein Umsatz von einer Milliarde Euro“, kündigte der Geschäftsführer an. „Wir sind nicht pessimistisch aber auch nicht übermütig. Den Verlust des vergangenen Jahres werden wir auf jeden Fall nicht ausgleichen können.“ Die Marke von einer Milliarde hatte das Unternehmen erstmals vor drei Jahren geknackt.

Auf der Industriemesse in Hannover, die für Phoenix eine hohe Bedeutung hat, will das Unternehmen im April 30 „Highlights“ vorstellen. Das sind laut Stührenberg grundsätzliche Innovationen mit neuen Funktionen. Der Gesamtkatalog der Neuheiten listet sogar 1500 Produkte auf, in der Regel Abrundungen von Bauteilen, die es schon gibt. „Im vergangenen Jahr habe wir einzig und allein das Budget der Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufgestockt“, nennt der Manager den Grund für den Innovationsausstoß. Darunter befindet sich auch ein elektronischer Klemmenblock namens „Axioline“, der die Brücke zwischen den Werken in Blomberg und Bad Pyrmont schlägt.

Neben dem Wachstum im einen oder anderen Markt – die Wind- und Solarenergiebranche sind für Phoenix Wachstumstreiber – sind es die internationale Aufstellung und das breite Produktspektrum, das in der Chefetage hoffen lassen. Deutschland ist mit 33 Prozent Umsatzanteil noch immer der wichtigste Markt, hier gab es auch die größten Einbrüche. In der Bedeutung hat mittlerweile China die USA abgelöst. Im Reich der Mitte mussten die Blomberger den geringsten Umsatzrückgang verkraften. Dass es ihnen gelungen ist, eine staatlich anerkannte China Holding zu gründen, erleichtere dem Unternehmen künftig weitere Investitionen, so Stührenberg. „Die chinesische Regierung ist in diesen Dingen sehr zurückhaltend.“

Die Krise haben nicht zuletzt die Mitarbeiter zu spüren bekommen. Nicht nur durch Kurzarbeit. Leasingarbeitsverträge wurden nicht verlängert, Arbeitszeitkonten auf minus 140 Stunden ausgebaut, Personal umgesetzt und eine Tariferhöhung auf Dezember verschoben. Auch einen Einstellungsstopp gab es. Erfolg dieser Maßnahmen. „Wir mussten nicht eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen“, so Stührenberg. Mittlerweile wird nicht nur wieder voll und in einigen Bereichen auch an den Wochenenden gearbeitet, sondern in Blomberg sind schon 110 von 315 Zeitarbeiter zurückgekehrt, weitere 25 sind geplant; in Bad Pyrmont sind es bislang 22. Hier waren es einmal 58.



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