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Landkreis verlangt Wiederaufforstung und verhängt Bußgeld

Petri fällt Bäume im Landschaftsschutzgebiet

Polle (fhm). Zwei Tage nach der großen Einwohnerversammlung zum Ziegenprojekt der Firma Petri auf der Domäne rückten am Donnerstagvormittag Arbeiter an und fällten Bäume am ehemaligen Pferdestall auf dem Heidbrink. Dazu wurden Büsche und Äste geschnitten. Insgesamt sieben bis acht Festmeter holzten die Männer ab, die – so hat es die Recherche der Dewezet ergeben – im Auftrag der Familie Petri unterwegs waren. Nachdem wegen dieser Maßnahme Anzeige erstattet worden war, nahm der Landkreis Holzminden sich der Sache an.

veröffentlicht am 04.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

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Landrat Walter Waske erklärte auf Anfrage, dass diese Fällaktion nicht rechtens sei. Zunächst liege die Domäne Heidbrink in einem Landschaftsschutzgebiet. Deshalb bedarf es einer Genehmigung der Naturschutzbehörde, bevor man Bäume in einem Landschaftsschutzgebiet fällt. Auch Sträucher, Büsche und Äste dürfen nicht einfach geschnitten werden. Denn bis zum 1. Oktober stehen sie außerhalb geschlossener Ortschaften unter besonderem Schutz wegen der Brutpflege von Vögeln und Kleintieren. „Uns sind keine Anträge oder Genehmigungen bekannt, die diese Aktionen erlauben.“ Waske erklärte, dass es sich bei diesen Vergehen um Ordnungswidrigkeiten handele und dass der Landkreis ein „saftiges Bußgeld“ verhänge werde. „Außerdem werden wir Wiederaufforstung verlangen“, machte der Landrat deutlich. „Das ist mehr als unsensibel“, wertete er die Aktion auf dem Heidbrink.

Seit drei Jahren ist bekannt, dass die Familie Petri auf der ehemaligen Landesdomäne eine Ziegenfarm errichten will, um mit 7000 Tieren bis zu sieben Millionen Liter Ziegenmilch im Jahr zu produzieren. Zwar hat Petri noch keinen Bauantrag gestellt, jedoch gibt es schon Projektskizzen und vorbereitende Untersuchungen, die am Dienstagabend auf der Einwohnerversammlung in Polle vorgestellt wurden (wir berichteten). Anwohner des Heidbrinks, Poller Bürger und Tierschützer kritisieren das Projekt und kündigten Widerstand gegen das Vorhaben an.

Aktuell läuft beim Landkreis Holzminden ein Verfahren, die Domäne Heidbrink aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen, um den Bau der Ziegenfarm überhaupt zu ermöglichen. Das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, soll nach dem Willen der Eigentümerfamilie Petri abgerissen werden. Für den ehemaligen Pferdestall auf der Domäne gibt es schon eine Abrissgenehmigung. Das Denkmalschutzgesetz lässt einen Abriss zu, wenn der Aufwand zur Erhaltung in einem wirtschaftlichen Missverhältnis steht und dem Eigentümer zu große Kosten verursacht. Die gefällten Bäume und Sträucher standen in unmittelbarer Nähe.

Die Bäume liegen am Boden, nachdem Arbeiter im Auftrag der Familie Petri mit der Säge anrückten.



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