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Bürgerinitiative vermisst Engagement: In Paderborn breiter Protest gegen Müllverbrennung

Petitionsausschuss in Veltheim erwartet

Rinteln/Veltheim (rd). Der Vorstand der Bürgerinitiative "Saubere Umwelt ohne Müllverbrennung im Gemeinschaftskraftwerk Veltheim" hat jetzt eine Petition an den Petitionsausschuss des Landtages Nordrhein-Westfalen eingereicht.

veröffentlicht am 16.04.2007 um 00:00 Uhr

In der nächsten Woche soll dazu vor Ort in Veltheim ein Erörterungstermin stattfinden. Vorsitzende Kerstin MacGregor hofft, dass damit die Bürgerinitiative in ihrem Kampf gegen die Müllverbrennung in Veltheim einen Schritt weiter kommt: "Die Fakten sprechen für sich, und daher müsste der Petitionsausschuss unserer Argumentation folgen." Vorstandsmitglied Fritz-Günther Pape geht davon aus, dass sich bald überall im Land Widerstand gegen eine Müllverbrennung in Kraftwerken formiert, die aufgrund ihrer Filtertechnik nicht dafür ausgelegt sind. So gebe es inzwischen einen von der gesamten Bevölkerung getragenen Protest gegen die geplante Müllverbrennungin Paderborn-Mönkeloh. Ärzte, Apotheker, Verbände, Vereine und Kirchengemeinden hätten ihre Bedenken gegen das Projekt vorgetragen, wie man auch im Internet nachlesen könne. Dabei, so Pape, "soll in Mönkeloh nur ein Bruchteil der Schadstoffe im Vergleich zum Gemeinschaftskraftwerk Veltheim emittiert werden". Die beschönigenden Aussagen der Kraftwerksleitung in Veltheim dürften nicht darüber hinweg täuschen, so Pape weiter, dass die Mitverbrennung von Sekundärbrennstoffen eine erhebliche Zusatzbelastung mit Schadstoffen darstellt. Die von der Kraftwerksleitung veröffentlichten Jahresmittelwerte für 2006 stellten einen Durchschnittswert dar, trotzdem seien die Grenzwerte für die Stickoxide (NO2) zu 89,3 Prozent ausgeschöpft worden - und das, obwohl der Kraftwerk wochenlang aufgrund von Revisionsarbeiten keine Sekundärbrennstoffe habe verfeuern können. Ein weiteres Problem sei, dass man sich beim Kraftwerk Veltheim auf die Zulieferer und deren Zertifikate verlässt. Sollte dennoch eine Charge über den genehmigten Grenzwerten liegen, sei diese längst durch den Schornstein verfeuert, bevor man Alarm schlagen könne. Entsprechende Nachweise würden ohnehin erst Wochen später hierfür vorliegen. Wie man in der Fachpresse nachlesen könne, so Pape, bekommt die Entsorgungswirtschaft das Problem der hohen Chlorfrachten bei den Ersatzbrennstoffen nicht in den Griff. Befürchtet würden dadurch Schäden an den Anlagen. Auch das zeige, dass die Verfeuerung von Müll in Kohlekraftwerken keinesweg technisch so problemlos beherrschbarsei, wie das die Kraftwerksleitung der Öffentlichkeit glauben mache. Pape ist sich durchaus klar darüber, dass die Bürgerinitiative noch mehr Unterstützung in der Öffentlichkeit fände, wenn man den Müll sehen könnte, der "tagtäglich auf uns herunterrieselt. Aber Feinstaub aus Schornsteinen lässt sich nun mal nicht in blauen Müllsäcken vom Straßenrand einsammeln!" Informationen gibt die Bürgerinitiative unter www.saubere-umwelt.de .



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