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Fortbildung am Ernestinum: Professor referiertüber Schreibkompetenzen

Perspektivwechsel für einen Tag: 40 Lehrer zurück auf der Schulbank

Rinteln (clb). Umüber kompetenzorientierten Schreibunterricht zu referieren, ist am vergangenen Freitag Ulf Abraham von der Universität Bamberg, Professor mit Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, einen Tag lang als Gastdozent am Gymnasium Ernestinum gewesen.

veröffentlicht am 12.06.2008 um 00:00 Uhr

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Teilgenommen an der eintägigen Fortbildung, die Josephine Kappes als Fachleiterin organisiert hat, haben alle Lehrkräfte für das Fach Deutsch sowie zwei Referendargruppen mit rund 20 Teilnehmern aus Stadthagen. Und so hatten die etwa 40 angehenden beziehungsweise langjährig berufstätigen Pädagogen für einen Tag die Möglichkeit, wieder die Schulbank zu drücken und sich in die Perspektive der Schüler zu versetzen, während sie von Ulf Abraham über die neuesten Erkenntnisse im Fach Deutsch informiert wurden. So bestand eine der Aufgaben, die der Professor den Lehrkräften mitgebracht hatte, darin, zu einem Bild der Malerin Justine Otto - das offensichtlich eine Konfliktsituation darstellen sollte - eine freie Geschichte zu erfinden. "DieseÜbung soll verdeutlichen, wie man Schülern helfen kann, mit kreativen Texten umzugehen und wie Lehrer entsprechend darauf eingehen können", klärte Abraham nach Seminarende auf. Ziel sei es, neuere Erkenntnisse der Hochschulpraxis künftig in den Schulunterricht einzubeziehen. Inzwischen bestehean vielen Schulen der Bedarf, den Unterricht umzustrukturieren und komplett anders zu gestalten. Abraham selber hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und als Mitherausgeber der Fachzeitschrift "Praxis Deutsch" kürzlich ein entsprechendes Themenheft veröffentlicht. Inzwischen referiert er deutschlandweit an den verschiedensten Schulen - soweit es seine Zeit zulässt: "Ich habe mittlerweile so viele Anfragen, ich kann gar nicht alle annehmen." Josephine Kappes ist durch Kollegen aus Hameln auf den Referenten, der dort vor einiger Zeit zu Gast gewesen ist, aufmerksam geworden. "Da wir momentan kein Fortbildungsangebot im Fach Deutsch haben, habe ich mich erkundigt, was andere Schulen machen", schilderte die Fachleiterin, die mit dem Seminar voll und ganz zufrieden ist: "Der Vortrag war unglaublich gut strukturiert und sehr auf Lehrerebene umsetzbar. Und kritische Punkte wurden ebenfalls angesprochen." Auch die Rückmeldungen seitens ihrer Kollegen seien "durchweg positiv" gewesen. Das kann Angelika Fischer, ebenfalls Deutschlehrerin am Ernestinum, nur bestätigen: "Wir haben genau das ausprobiert, was wir auch von unseren Schülern fordern." Dabei sei es interessant gewesen, die Schülerperspektive einzunehmen und die Schwierigkeiten, die Schüler oft haben, hautnah zu erleben. Denn gerade gestandene Lehrer, so Angelika Fischer, hätten oft Probleme damit, neue Begriffe und Kompetenzen in den Unterricht zu integrieren. Ihre neu gewonnenen Erkenntnisse wollen die Gymnasiallehrer nun effektiv in den Unterricht mit einbeziehen. In etwa einem halben Jahr soll dann Bilanz gezogen - und ein schulinterner Austausch zu den bis dahin gesammelten Erfahrungen organisiert werden.

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