weather-image
Landeschefin Piel peilt ersten Listenplatz an / Helmhold dementiert Interesse an Kreisratsamt

Personalnot der Grünen lähmt Kandidatenkür

Hameln-Pyrmont (rom/ HW). Am 20. Januar 2013 wird in Niedersachsen ein neues Landesparlament gewählt. Mit der Bad Münderanerin Petra Joumaah und dem Hemeringer Otto Deppmeyer haben die Christdemokraten ihre Landtagskandidaten für die Wahlbereiche 36 (Bad Pyrmont, Aerzen, Emmerthal, Coppenbrügge, Salzhemmendorf, Bad Münder) und 38 (Hameln, Hessisch Oldendorf, Rinteln) bereits nominiert. Auch die Sozialdemokraten legten sich inzwischen auf den Bad Pyrmonter Ulrich Watermann (Wahlkreis 36) und Heiner Bartling aus Rinteln (Wahlkreis 38) als Bewerber um einen Sitz im Landtag Hannover fest. Bei den Grünen im Landkreis Hameln-Pyrmont wird noch zumindest nach einem Bewerber Ausschau gehalten, doch der ist bislang nicht in Sicht.

veröffentlicht am 29.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.11.2012 um 16:19 Uhr

270_008_5358003_wb101_2803_1_.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Anja Piel, Chefin der Kreisgrünen, lehnt sich zurück. „Wir gehen das Thema ganz gelassen an“, sagt sie. Derzeit beschäftige sich der Kreisverband mit dieser Frage nicht. Es sei einfach noch zu früh, die Wahl selbst sei erst im kommenden Jahr. Alles also noch ganz weit weg?

Nicht ganz. Ende Juni wollen die Grünen bei der Landesdelegiertenkonferenz in Wolfsburg die Listen aufstellen. Und Piel hat ihren Hut längst in den Ring geworfen. Sie will, so kündigte die Landesvorsitzende bereits an, für den Landtag kandidieren – und zwar vom ersten Platz der grünen Landesliste aus. Allerdings benötigt sie dafür auch einen Wahlkreis, in dem sie antreten kann. Für Piel, die in Fischbeck wohnt, drängt sich der Wahlkreis 38 auf. Den gewann beim Urnengang 2008 Deppmeyer für die CDU. Piel konnte 6,9 Prozent der Erststimmen in die Waagschale werfen – ein Prozent mehr als bei der Landtagswahl im Jahr 2003. Theoretisch möglich ist allerdings auch, dass die Landeschefin der Grünen in einem anderen Wahlkreis antritt, zum Beispiel in Nummer 36.

In welchem Gebiet sie am Ende um Stimmen wirbt, wird entscheidend auch davon abhängen, wen die Grünen in der Region sonst noch ins Rennen schicken – und vor allem wo. Bei der Landtagswahl 2008 hatte Tom Jürgens im Wahlkreis 36 gut 5 Prozent der Erstimmen gewonnen. Ob Jürgens 2013 wieder antritt, ist offen. Der Grüne aus Börry hatte erst vor Kurzem seinen Job als Kassierer im Kreisverband der Hameln-Pyrmonter Grünen an den Nagel gehängt und diesen Schritt mit seinem bei der Kommunalwahl gewonnenen Kreistagsmandat begründet. „Ich mache im Moment Osterferien“, erklärt Jürgens gestern auf Anfrage. Er habe bislang bezüglich einer neuerlichen Landtagskandidatur weder über ein Ja noch über ein Nein nachgedacht.

Ein weiteres Problem der Ökopartei: das gute Abschneiden bei der Kommunalwahl im vergangenen September. Der Urnengang hatte den Grünen zusätzliche Sitze in Orts- und Stadträten sowie im Kreistag beschert. Im März erst schloss der Kreisverband die Lücken, die die neuen Mandatsträger in den Vorstand gerissen hatten. Der Personalmangel wiegt nun jedoch doppelt schwer. Es fehlen Köpfe. Die wenigen Grünen, die überhaupt noch für den Landtag kandidieren könnten, sind rar gesät. Namen kursieren in der Partei zwar, so auch der von Dr. Marcus Schaper. Aber der Aerzener winkt ab: „Für den Landtag bin ich nicht ambitioniert. Das sind nicht meine Themen, sie entsprechen nicht meinen politischen Interessen“, begründete er. Schaper interessiere sich für Wirtschafts-, Außen- und Sicherheitspolitik. „Das sind meine Baustellen“, betont der ehemalige Bundestagskandidat der Grünen und schließt eine neuerliche Kandidatur für einen Sitz im Berliner Reichstag nicht aus: „Das ist zwar noch ein Weilchen hin und ich habe auch noch nicht abschließen überlegt, aber ich will es auch nicht ausschließen.“

Dem Kreisvorstand der Grünen drängt sich zumindest bislang kein Kandidat auf. Zwar heißt es aus Parteikreisen, dass ein Interessent jederzeit seinen Hut in den Ring werfen könne. Übersetzt heißt das aber: Einen aussichtsreichen Bewerber für einen Platz im niedersächsischen Landtag hat derzeit niemand zur Hand. Weshalb wohl alles auf eine Kandidatur von Piel hinauslaufen wird. Und dies vermutlich im Wahlkreis 38, wie gestern aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war. Denn die Rintelnerin Ursula Helmhold, 2008 neben dem amtierenden Landesfraktionschef Stefan Wenzel noch Spitzenkandidatin der Grünen, hat inzwischen auf eine neuerliche Kandidatur verzichtet, was den Weg für Piel freimacht. Denn die Landesvorsitzende will auf jeden Fall eine Kampfkandidatur um die Spitzenposition verhindern.

Insider unter den Grünen vermuten jetzt, dass sich Helmhold auf die vakante Stelle der Zweiten Kreisrätin im Landkreis Hameln-Pyrmont bewerben könnte. Eine Stimme aus den Reihen der Kreis-Grünen: „Es ist alles schon ein bisschen merkwürdig.“ Doch die Rintelnerin weißt entsprechende Spekulationen entschieden zurück: „Wenn dem so wäre, hätten das meine Parteifreunde in Hameln-Pyrmont als Erste erfahren. Ich habe für mich entschieden, dass zehn Jahre Landespolitik genug sind.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt