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Computerprogramm statt Hausaufgabenheft: Ab sofort gibt es das "lo-net" am Gymnasium Ernestinum

Per Mausklick werden Hausaufgaben verschickt

Rinteln (cok). Ein Klassenzimmer ohne Tisch und Stühle, Hausaufgaben, die nicht in ein Heft geschrieben, sondern manchmal automatisch korrigiert werden - das ermöglicht ein Computerprogramm für Schulen, welches Lehrer und Schüler über das Internet verbinden kann. Es heißt "lo-net", "Lehrer-Online", und nutzt die besondere Kommunikationsmöglichkeit, die das Internet bietet.

veröffentlicht am 20.12.2007 um 00:00 Uhr

Damit keine Informationen vor fremde Augen gelangen, bekommen je

Den Schülern kommt das sehr entgegen. Für die allermeisten ist der Umgang mit dem Computer und das Nutzen des Internets selbstverständlicher Alltag, mehr als für die überwiegende Zahl der Lehrer, von denen sich viele noch schwer tun, solche neue Lehrmethoden in ihren Unterricht aufzunehmen. Von den etwa 90 Kollegen des Gymnasiums Ernestinum beteiligen sich zehn am "lo-net", und das bedeutet: Sie stellen Aufgaben aller Art auf die entsprechende Webseite, die dann von den Schülern zu Hause am Computer erledigt und schließlich einfach per Klick abgesendet werden kann. Alle Sechstklässler werden in den Umgang mit dem "lo-net", dem virtuellen Klassenzimmer, eingeführt. Sie lernen zunächst in einem der beiden Computer-Arbeitsräume der Schule, wie man Word-Dateien erstellt und am Computer geschriebene Texte bearbeitet. Für sie gibt es im "lo-net" einfache Übungs- und Wissensaufgaben aus verschiedenen Fachbereichen, deren Reiz unter anderem darin besteht, dass sie sofort die Rückmeldung bekommen, ob auch wirklich alles richtig war. Ihre Lernerfolge werden gespeichert und spornen dazu an, es beim nächsten Mal noch besser zu machen. Richtig ausreizbar ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung deutschlandweit angebotene Schulprojekt dann für die älteren Schüler, allen voran die der Oberstufe, die dort ihre Facharbeiten einstellen können und nicht nur vom Lehrer, sondern auch von ihren Mitschülern Rückmeldungen erhalten. Sie nutzen auch das zur Internetseite gehörige E-Mail-Programm, verfügen dazu über einen "Chatroom", der ein schnelles Hin- und Her von Tipps und Plaudereien ermöglicht oder können sich "Messages" zusenden, also kleine Botschaften, die so auf dem Bildschirm des Angesprochenen aufscheinen. Damit nichts, was Schüler und Lehrer untereinander austauschen, vor fremde Augen gerät, gehört zu jeder Klasse und jedem Kurs ein in sich geschlossener Raum, den man nur mit einem Passwort "betreten" kann. "Wer jetzt aber denkt, Ausreden wie: ?Ich habe mein Hausaufgabenheft vergessen' gibt es jetzt nicht mehr, derirrt sich", sagt Martin Sturm, Biologie- und Deutschlehrer und zugleich Betreuer der "lo-net"-Seite. "Jetzt heißt es eben: ?Unser Computer ist abgestürzt' oder: ?Mir fiel das Passwort nicht mehr ein'." Inzwischen ist es so, dass fast alle Schüler über einen häuslichen Internetzugang verfügen. "Da führt auch immer weniger ein Weg dran vorbei", so Französisch- und Politiklehrer André Sawade, der am Ernestinum zuständig ist für alle Internetangelegenheiten. Wer keinen Computer besitzt, kann immerhin die Schulrechner vor und in der Bibliothek nutzen. Und das ist häufig der Fall, denn oft müssen Informationen für Fächer wie Geschichte, Deutsch oder Religion im Internet gesucht werden. Und noch eine weitere wichtige Kommunikationsmöglichkeit kann der Internetzugang individuell den Ernestinumschülern bieten: Nicht nur verfügt die Schule über eine eigene Webseite, sie pflegt auch einen Austausch mit ihrer Partnerschule in Frankreich. Immer wenn es gegenseitige Besuche gab, fliegen nicht nur E-Mails hin und her, sondern entstehen auch jede Menge Beiträge in einem extra eingerichteten Forum, wo sich Deutsche und Franzosen über ihre Eindrücke unterhalten. Auch Fotos können problemlos eingestellt werden. In den Unterrichtspausen sind die Schul-PCs immer dicht umdrängt von Schülerscharen. Ganz so frei, wie zu Hause können sie da nicht im Netz herumschwirren, eine spezielle Schutz-Software sperrt alle auch nur irgendwie problematischen Seiten. Manchmal aber sieht man Schüler, die sich über ein Chatprogramm Botschaften zuschicken, obwohl sie doch nebeneinander an den Computern sitzen. Komisch, dass das Schreiben oft so viel mehr Spaß macht, als mündliche Worte zu wechseln.



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