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Per Boot zu den Burgen: Willkommen in Bratislava

Die Reise zum geografischen Mittelpunkt Europas führt direkt nach Bratislava. Die charmante Altstadt mit ihren Burgen und Kathedralen, der deftigen slowakischen Küche und einem vielseitigen Nachtleben zieht seit der Unabhängigkeit der Slowakei immer mehr Besucher an. Die Donaumetropole hat die kommunistische Herrschaft längst hinter sich gelassen und blickt lebhaft nach vorn. Ein Streifzug.

veröffentlicht am 09.08.2012 um 14:56 Uhr

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Autor:

Brigitte Bonder

Freitag

15 Uhr: Wer über die schöne blaue Donau nach Bratislava reist, kann gleich am modernen River-Park im Stadtzentrum anlegen und im Kempinski-Hotel einchecken. Der Ausblick reicht über die Altstadt und den Burgberg, alternativ zeigen die Fenster in Richtung Donau und Flussauen. Nur unweit entfernt schwimmt das Drei-Sterne -Botel Marina auf dem Fluss. Aus den Kajüten schauen die Gäste auf die Donau oder die Burg. An das gemütliche, leichte Schaukeln gewöhnt man sich schnell, und die Altstadt ist in wenigen Fußminuten erreicht.

16 Uhr: Der erste Weg führt in die kleine, aber malerische Altstadt. Kopfsteingepflasterte Gassen führen entlang pastellfarbener Rokoko-Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Unzählige, kleine Läden und Restaurants reihen sich aneinander. Der Hauptplatz, der Hlavné nimestie, bildet mit dem Rolandbrunnen und den vielen Straßencafés das farbenprächtige Herz der Stadt. Gleich um die Ecke befinden sich auch der Primatialpalast mit seiner außergewöhnlichen, rosafarbenen Fassade und das alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert mit seinen schönen Dachziegeln. Tipp: Unbedingt in den Innenhof schauen! Das beliebteste Fotomotiv ist Cumil – der Gaffer. Die Bronzefigur lugt seit 1997 in der Altstadt (Ecke Panska und Rybarska brana Straße) aus einem Abwasserkanal.

19 Uhr: Essen mit Ausblick bietet das architektonisch auffällige Ufo hoch über der Donau. In gut 85 Metern Höhe thront das Turmrestaurant auf dem Träger der „Neuen Brücke“, die seit 1972 mit einer asymmetrischen Schrägseilkonstruktion den Hausfluss Bratislavas überspannt. Mit dem Hochgeschwindigkeitsfahrstuhl geht es im Inneren des schrägen Brückenträgers in 45 Sekunden hinauf, ganz Bratislava liegt den Gästen zu Füßen. Tipp: Auf dem Sonnendeck oberhalb des Restaurants gibt es ein kostenloses Fernrohr und den schönsten Sonnenuntergangsblick.

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  • Am Samstag zu empfehlen: Der Besuch eines Wochenmarktes
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  • Die malerische Altstadt

22 Uhr: Wer das Nachtleben Bratislavas erforschen möchte, kann einen Abstecher in den Subclub machen. In einem ehemaligen Atombombenbunker in den Felsen unterhalb der Burg Bratislava legen internationale DJs auf. Deutlich ruhiger – aber mit Livemusik – geht es bei einem typisch slowakischen Bier (Zlaty Bazant) im KGB zu. Trotz des Sortiments an Sowjet-Andenken inklusive Stalinbüste über der Bar steht die Abkürzung hier für Gourmetgasthaus Bratislava, Krcma Gurmánov Bratislavy.

Samstag

10 Uhr: Am Wochenende ist es bei den Einheimischen Tradition, einen der Wochenmärkte in Bratislava zu besuchen. Auf dem großen Zentralmarkt Mileticova im Nordosten der Stadt gibt es hausgemachte Produkte von bäuerlichen Betrieben aus der Region. Neben Pilzen, eingelegten Gurken und heimischen Käsesorten wird aber auch eine große Auswahl an Kleidung, Handtaschen und vielem mehr geboten. Handeln lohnt sich!

12 Uhr: Vom Markt geht es direkt zum Stadtbummel in der Altstadt. Im Stadtkern gibt es Designer-Mode, Schmuck und Souvenirs. Die Haupt-Einkaufsstraße ist die Obchodná Straße, aber auch rund um die Plätze Námestie SNP und Kamenné námestie gibt es ausgefallene Geschäfte. Am Kamenné Platz am Rande der Altstadt liegt das große Kaufhaus Tesco.

14 Uhr: Jetzt wird es Zeit für eine Besichtigung des Wahrzeichens der Stadt. Der Aufstieg zur Burg Bratislava ist besonders bei sonnigem Wetter ein Muss. Gelegenheiten für Verschnaufpausen gibt es genug, denn auf dem Weg nach oben eröffnen sich immer wieder herrliche Ausblicke über die Donau. Der historische Bau brannte 1811 vollständig nieder und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg renoviert. In der Burg Bratislava wurde erst der tschechoslowakische Bund geschlossen, später fand die Unterzeichnung der slowakischen Verfassung statt. Heute glänzt das frisch gestrichene Kulturdenkmal in strahlendem Weiß.

16 Uhr: Zur Stärkung bietet das Kaffé Mayer hervorragenden Kaffee und typisch slowakische Mehlspeisen der hauseigenen Konditorei. Das traditionsreiche Wiener Kaffeehaus wurde 1873 vom Hofkonditor Julius Mayer gegründet, die gemütliche Einrichtung aus der Gründerzeit erinnert noch heute an die k.u.k. (kaiserlich und königlich)-Zeit.

17 Uhr: Für die schmerzenden Füße ist eine entspannende Massage genau das Richtige. Die beste Adresse mitten in der Altstadt ist das Darsana. Die ayurvedischen Massagen für die geplagten Füße gibt es in indischer Atmosphäre.

19 Uhr: Na zdravie! „Zum Wohl“ heißt es jetzt. Entlang der Korzo-Promenade und dem Hviezdoslavovo Platz laden zahlreiche, kleine Lokale und Weinkeller zu einem typisch slowakischen Glas Wein oder Bier ein.

Sonntag 10 Uhr:

Mit dem Schiff geht es stromaufwärts über die Donau in eineinhalb Stunden zur Burg Devin. Das auch als Burg Theben bekannte Kulturdenkmal liegt am Zusammenfluss von Donau und March. Prominente Adelsfamilien wechselten sich als Burgherren ab, bis Napoleons Truppen die Anlage zerstörten. Heute liegen nur noch die Ruinen der Renaissance-Burganlage an einer schmalen Felsklippe, von der man bis nach Österreich schauen kann. Nach einer Stunde Aufenthalt fährt das weiße Ausflugsboot stromabwärts zurück nach Bratislava.

13 Uhr: Zeit für ein klassisches Sonntagsmenü. Die regionale Spezialität Bryndzové halu¨ky wird auf der anderen Seite der Donau in einem der besten slowakischen Restaurants – dem Leberfinger – serviert. Das herzhafte Gericht aus Kartoffelknödeln und weichem Schafskäse mit Speckgarnitur wird traditionell mit einem Žincica, einem Schafsmilchgetränk in hölzerner Tasse, gereicht. Schon Napoleon soll im historischen Gebäude am Donauufer gespeist haben, bevor er in die Schlacht zog. Besonders lecker: Dessert aus Pflaumen mit Mohn.

14.30 Uhr: Zum Abschied etwas Wassersport gefällig? Nur 20 Kilometer von Bratislava entfernt liegt das komfortable Sportgelände Cunovo. Hier finden Rafting- oder Kajak-Wettkämpfe auf Weltniveau statt. In den künstlichen Kanälen können verschiedene Schwierigkeitsgrade simuliert werden, Ausrüstung und erfahrene Trainer gibt es vor Ort. Einige Runden im Rafting-Boot durch die Kanäle mit Donauwasser lassen den Adrenalinpegel steigen! Wer es ruhiger mag, schaut sich Bratislava und die umgebenen Kleinen Karpaten aus dem Heißluftballon an.

Allgemeine Auskünfte gibt es bei der Slowakischen Zentrale für Tourismus, Zimmerstraße 27 in 10969 Berlin. 030 / 25 94 26 40, www.slovakia.travel

Die Anreise erfolgt mit dem Flugzeug (zum Beispiel Lufthansa) ab 99 Euro nach Wien und die Weiterreise mit dem Schiff ab 19 Euro direkt nach Bratislava www.twincityliner.com.

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