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Hauptversammlung: Neue Produkte sollen es richten

"Patient Neschen AG auf dem Weg der Besserung"

Bückeburg / Hannover. "Der Patient Neschen AG befindet sich auf dem Weg der Besserung und liegt nicht mehr auf der Intensivstation." Dieses Bild benutzte gestern ein Aktionär auf der ordentlichen Hauptversammlung in Hannover, um den Zustand des Bückeburger Konzerns zu beschreiben: nach erfolgter Kapitalerhöhung und Finanzrestrukturierung sowie der Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Alles mit dem einen Ziel: in den kommenden Jahren wieder in die Wachstums- u nd Gewinnzone zu fahren. Obwohl Neschen im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,3 Millionen Euro ausweisen musste und Vorstandssprecher Stefan Zinn in Hannover für das laufende Jahr - trotz Drängen der Aktionäre - keine Gewinnprognose abgeben wollte, zeigte er sich optimistisch, dass der Konzern sich auf dem richtigen Weg befindet. "Wir haben keine Finanzstruktur, mit der wir uns rühmen können, wir haben das Unternehmen massiv verändert und Mitarbeiter und Kunden verloren", so Zinn: "Aber wir haben unsere Lieferfähigkeit zurückerobert, unsere Innovationsfähigkeit verbessert, einen neuen Markenauftritt, neue Produkte am Markt platziert, und weitere werden folgen, von denen wir uns steigenden Umsatz und Gewinn versprechen."

veröffentlicht am 27.06.2008 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:50 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Und neue Produkte, etwa im Bereich "Graphics" mit neuen Inkjet-Beschichtungen auf unterschiedlichsten Materialien oder der Bereich "Technical Coating", in dem etwa lackierte Hochglanzfolien für die Möbelindustrie zu einem der Heilsbringer werden sollen, sind notwendiger denn je. Denn aufgrund der technischen Entwicklung geht die Neschen AG davon aus, dass sie im Kernbereich "Documents", speziell bei Schutz -und Klebefolien, Nachfragerückgänge hinnehmen muss, auch wenn es derzeit dort noch eine gute Marge und stabile Kunden gibt. Während in Deutschland und Europa positive Entwicklungen zu verzeichnen sind, machen die Geschäfte in Asien, dort zu hoher Preisdruck, und den USA, dort zu geringe Nachfrage, die Entwicklung zunichte. Bei allen Anstrengungen müsse die Auslastung des modernen Maschinenparks an erster Stelle stehen, sage Zinn: "Das ist unser Kernproblem." Während es auf den vergangenen Hauptversammlungen streckenweise äußerst turbulent zugegangen war, blieb es dieses Mal - bis auf eine Aufforderung an den Aufsichtsrat, den Vorstand abzulösen - ruhig und sachlich. Dennoch gab es eine Menge kritischer Fragen der Aktionäre, insbesondere des größten Anteilseigners, der Vermögensverwaltung Goldschmidt und Erben, die 25,1 Prozent der Neschen-Aktien besitzt. Finanz- und Bilanzstrukturen wurden beleuchtet, Geschäftsentscheidungen bis ins Detail hinterfragt. Viereinhalb Stunden dauerte die Versammlung. Das Misstrauen gegen Vorstand und Aufsichtsrat zeigte sich bei den Abstimmungen. Stefan Zinn wurde mit lediglich 61,7 Prozent für 2007 entlastet, Aufsichtsrat Rolf-Werner Zinn mit nur 68 Prozent - der neue Aufsichtsratsvorsitzende Heinzwerner Feusser mit 99,23 Prozent.



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