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Nach dem Gegenbesuch aus Litauen: Fachausschuss diskutiert weiteres Vorgehen

Pasvalys: Keine offizielle Partnerschaft, aber alle Kontakte weiterknüpfen

Obernkirchen (rnk). Bauern, die ihr Heu mit historischen Arbeitsgeräten wenden, auf die jedes Museum stolz wäre, ein Mütterlein, das die einzige Kuh morgens auf die Weide führt und sie abends wieder heimholt, - Stadtjugendpfleger Erhard Vinke sah sich in Litauen zurückversetzt in seine Kindheit: "Es ist schon eine andere Welt." Zweimal war Vinke in den letzten beiden Jahren dort, zuletzt in diesem Sommer mit einer Schülerdelegation, deren Besuch im letzten Monat durch eine Delegation aus der Stadt Pasvalys erwidert wurde. Im Ausschuss für Partnerschaften und Kultur stand nun die berühmte Gretchenfrage an: Wie geht es weiter? Will die Stadt Obernkirchen eine weitere offizielle Partnerschaft? Mit einer Stadt aus dem östlichen Europa?

veröffentlicht am 13.10.2007 um 00:00 Uhr

Ganz entspannt im hier und jetzt: Die Obernkirchener Delegation

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Eine offizielle Partnerschaft wird nicht angestrebt, dazu sei es noch viel zu früh, hieß es quer durch die Fraktionen. Aber eine vorsichtige Weiterentwicklung der geknüpften Kontakte, die wird es geben. Und zwar getrennt auf zwei Ebenen: der schulischen und der politischen. Den Ausschlag gab bei dieser Entscheidung das große Engagement der litauischen Gäste: Sowohl beim Besuch dort als auch beim Gegenbesuch hätten sich die Schüler und Erwachsenen als offene Menschen erwiesen, die ernsthaftes Interesse an westlicher Kultur und Lebensart hätten. "In den letzten 10 Jahren hat das Land 30 Jahre aufgeholt, Litauen drängt nach Westen", umriss es Vinke: "Es war eine Begegnung im besten Wortsinne." Vergleichbar mit einer Partnerschaft zwischen zwei westeuropäischen Städten, etwa La Flèche, sei eine Verbindung mit Paslavys indes nicht, meinte Vinke. Wenn das Schulzentrum mitziehe und dahinter stehe, so befand Horst Sassenberg (CDU), "dann sollte wir das unterstützen." Zumal Litauen den Vorteil habe, dass das Land nicht allzu weit entfernt sei. Vinke stellte der Schule das denkbar beste Zeugnis aus: Die Obernkirchener Schüler hätte während des Gegenbesuches offiziell schulfrei erhalten, damit sie sich besser um die Litauer Jugendlichen kümmern konnten. Eine Partnerschaft müsse langfristig wachsen, sagte Andreas Hofmann (CDU), damit sie halte, müsse sie von der Jugend aufgebaut und getragen werden: "Politik und Verwaltung rutschen da so rein." Auf der politischen Linie wird Bürgermeister Oliver Schäfer die Stadt Pasvalys besuchen: Sie hat ihn aus Anlass des 511. Geburtstages für den kommenden September eingeladen, Schäfer wird fahren: "Der Termin ist fest gebucht." Bernhard Gläser (SPD) erinnerte sich an den Hilfskonvoi in die Stadt Gomel, den er begleitet hatte: "Das wird eine andere Partnerschaft als mit La Flèche."

Geht es nach den Jugendlichen, wird die neue Freundschaft weiter
  • Geht es nach den Jugendlichen, wird die neue Freundschaft weiter ausgebaut. Fotos: pr.


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