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Aussage von Dr. Führer gestern Thema im Mausoleum / "Jesus ist der einzige, der den Stein werfen dürfte"

Pastor kritisiert Oberkirchenrat in Pfingstpredigt

Bückeburg. Trefflicher hätte Pastor Thomas Krage das Thema seiner Predigt nicht wählen können: Beim ökumenischen Pfingstgottesdienst hat der Seelsorger der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde gestern direkten Bezug auf die Rücktrittsforderung des Theologischen Oberkirchenrates Dr. Werner Führer gegen die Hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann genommen, welche derzeit wie kaum ein anderes Gesprächsthema die Gemüter in Bückeburg bewegt.

veröffentlicht am 29.05.2007 um 00:00 Uhr

"Welcher Geist herrscht hier?", fragt Pastor Thomas Krage (l.) i

Autor:

Johannes Pietsch

Wie in den Jahren zuvor, hatten die Katholische, die Evangelisch-Lutherische und die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde am Vormittag des Pfingstmontages zu einemökumenischen Gottesdienst eingeladen, der diesmal auf Grund der Witterungslage von der Mausoleumswiese ins Innere des Mausoleums verlegt wurde. Den Gottesdienst hielten wieder Pastor Thomas Krage, Pastor Ingo Röder und Pfarrer Matthias Ziemens, musikalisch umrahmt wurde er vom Posaunenchor der Stadtkirchengemeinde sowie vom Gospel-Chor Rhythm of Life. Pastor Thomas Krage verknüpfte das Dr. Führer-Thema mit der Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin aus Johannes 8, 2-11. Diese wird von den Schriftgelehrten und Pharisäern zu Jesus in den Tempel gebracht, um ihn auf die Probe zu stellen. Auf Ehebruch steht nach dem Gesetz Mose die Todesstrafe durch Steinigung. Dazu heißt es in dem Evangelium: "Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: ,Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.' Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand." "Welcher Geist herrscht hier?", hinterfragte Thomas Krage die Absichten der Schriftgelehrten, um damit direkt den Bogen aus dem Johannes-Evangelium zur Bückeburger Gegenwart zu schlagen. Nicht Gerechtigkeit hätten die Pharisäer und Schriftgelehrten im Sinn, sondern allein, Jesus in eine Falle zu locken. Die Frau selbst komme gar nicht zu Wort. Jesus aber habe sich nicht widersprochen, sondern habe eine Antwort bezogen auf die Ankläger gegeben. Der Geist Jesu sei Barmherzigkeit, Seelsorge, Hilfe, aber auch Neuorientierung: "Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: ,Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?' Sie antwortete: ,Niemand, Herr.' Und Jesus sprach: ,So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.'" (Johannes 8, 10-11) "Jesus ist der einzige, der den Stein werfen dürfte, aber er lässt ihn liegen", formulierte Thomas Krage als Kernbotschaft seiner Predigt. Steine sollten nicht zum Werfen verwendet werden, sondern um Gemeinsames aufzubauen. So sei Pfingsten das Fest des heilmachenden Geistes. Von zahlreichen Gottesdienstbesuchern nahm Thomas Krage anschließend Glückwünsche für seine Predigt entgegen. Und als habe das Wetter die Friedensbotschaft aus der Predigt vernommen, hörte der Regen mit Ende des Gottesdienstes auf, so dass sich die Gottesdienstbesucher wie geplant im Freien bei Grillwürstchen stärken konnten. Der Erlös daraus sowie die Kollekte kommen der Diakonie Sozialstation zugute.

Zahlreiche Besucher, vorm Regen von der Wiese ins Innere des Mau
  • Zahlreiche Besucher, vorm Regen von der Wiese ins Innere des Mausoleums geflüchtet, lauschen der kritischen Predigt von Pastor Thomas Krage. Viele beglückwünschen den Geistlichen zu seinen Worten.


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