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Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg empfängt sieben Gäste aus Devhula-Leboa/Südafrika

Partnerschaft währt schon 30 Jahre lang

Bad Nenndorf (rwe). Großes Hallo im "Haus der Begegnung". Der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg hat in der Bad Nenndorfer Godehardi-Gemeinde eine Delegation aus dem südafrikanischen Kirchenkreis Devhula-Leboa empfangen. Die Partnerschaft besteht mittlerweile 30 Jahre.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Empfang am Fuße der Godehardikirche: Für 16 Tage ist die Delegat

Gut 20 Minuten vor der Zeit kamen die sieben Mitglieder aus dem befreundeten Kirchenkreis am Airport in Hannover an. An der Spitze der Delegation, die 16 Tage in Gastfamilien in Schaumburg verbringt, steht Superintendent Dean Alunamutwe Enos Rannditsheni. Ihn begleiten Simon Mabetoa, Calvin Neuvhirwa, Nditsheni Jeanette Ramakuela und Tintswalo Grace Neluvhola sowie die beiden Jugendlichen Selaelo Patricia Machaka und Fhatuwani Mutele, die unter dem Motto "We are the world" an einem internationalen Treffen der Landeskirche in Celle teilnehmen. Im Haus der Begegnung warteten nicht nur Superintendent Andreas Kühne-Glaser und die Gastgeber, sondern auch ein selbstgemachtes Frühstücksbuffet zur Begrüßung. Die Kirchenkreise Grafschaft Schaumburg und Devhula-Leboa blicken auf eine lange Partnerschaft zurück. Ende der siebziger Jahre begann sie auf Grund eines Aufrufs der Hannoverschen Landeskirche an Kirchenkreise und Gemeinden. Die Partner in Südafrika lebten damals unter den schwierigen Verhältnissen der Apartheid. Viele Schwarze mussten ihre Heimat verlassen und wurden in Homelands umgesiedelt. Kontakt zu Weißen war verboten. "Für die Christen in Deutschland war das ein unhaltbarer Zustand", so Diakonin Susanne Möller aus Hohnhorst, Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses im Kirchenkreistag. So entstanden Kontakte zu schwarzen lutherischen Gemeinden in Südafrika. Der Kirchenkreis liegt zum größten Teil im Homeland Venda im Norden Südafrikas an der Grenze zu Zimbabwe. Von Anfang an spielten die Begegnungen eine große Rolle, fügt Möller hinzu. "Bei den Besuchen in Südafrika war es selbstverständlich, dass die Besucher in den Häusern der schwarzen Gastgeber lebten, nicht immer gern gesehen von der südafrikanischen Regierung." Diese Begegnungen hätten den Afrikanern den Rücken gestärkt. Hinzu kamen laut Möller finanzielle Hilfen, Zuschüsse zum Bau von Kirchen und Gemeindehäusern, aber auch in der Not wie bei Umweltkatastrophen. Seit dem Ende der Apartheid habe die Partnerschaft ein neues Gewicht bekommen, heißt es. Es gibt weiterhin einen Austausch, doch die Spenden richten sich besonders auf die Ausbildung. Früher konnten die farbigen Jugendlichen so gut wie keine anerkannte, weiterführende Schule besuchen. Möller: "Das ist jetzt möglich, muss aber zum Teil selber finanziert werden." Dazu kommt das wohl größte Problem in Südafrika: Aids. Auch im Partnerkirchenkreis seien viele Menschen an Aids erkrankt oder bereits gestorben, weiß Möller. Die Partnerschaft wolle helfen. Einerseits finanziell, andererseits sei das Gebet füreinander sehr wichtig. So gibt es am ersten Sonntag im Februar immer denPartnerschaftssonntag. Bis zum 5. Juni bleiben die Südafrikaner in Schaumburg, um das Miteinander wieder zu intensivieren und beide Seiten lernen zu lassen. An einen Gegenbesuch ist laut Möller auch schon gedacht. Der soll 2010 folgen. Genau richtig zur Fußball-WM in Südafrika.



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