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Die Auszählung der Landratswahl hat Vorrang / Stadt Obernkirchen hat Wahlbenachrichtigungen versandt

Papierflut ohne Ende bei den Kommunalwahlen

Obernkirchen (sig). So viel Papier auf einmal hat wohl noch kein Wähler im Bereich der Bergstadt erhalten wie diesmal am 10. September. Wer in Krainhagen, Vehlen und Gelldorf wohnt, der bekommt nicht weniger als fünf Stimmzettel in die Hand gedrückt. Um sie auszubreiten, benötigte er schon einen Chef-Schreibtisch. Eine bunte Farbenvielfalt soll die richtige Zuordnung erleichtern.

veröffentlicht am 21.08.2006 um 00:00 Uhr

Mit dieser Papierflut müssen die Wähler am 10. September fertig

Schon allein der blaue Wahlzettel für den Stadtrat wäre auf einer Litfasssäule nicht zu übersehen. Er ist gut 60 mal 40 Zentimeter groß und enthält die Namen von 51 Kandidaten. Die SPD stellt 19, die CDU 15, die Wählergemeinschaft und das Bündnis 90/Die Grünen je fünf, die Wählerinitiative WIR sechs, und dazu kommt noch ein Einzelbewerber. Die Stimmzettel für die Ortsräte sind rosa. In Krainhagen tritt die SPD mit acht Kandidaten an, die CDU mit sechs und die Wählergemeinschaft mit drei. Eine Neuheit gibt es in Gelldorf, wo die CDU keine eigene Liste gemeldet hat, sondern Bestandteil des Wahlbündnisses "team Gelldorf" ist, dem auch ehemalige WGO-Mitglieder angehören. Dieses Team bietet ebenso wie die SPD sieben Bewerber auf. Dazu kommt ein WGO-Kandidat. Weil hier keine WGO-Vertreter oder Einzelbewerber an den Start gehen, kommt Vehlen mit einem A4-Bogen aus. Röhrkasten hat keinen Ortsrat, sondern nur einen Ortsvorsteher, der vom Stadtrat auf Vorschlag der stärksten Fraktion bestellt wird. 44 Kandidaten wollen in den Kreistag einziehen. Auf dem weißen Stimmzettel bieten SPD und CDU jeweils zwölf Namen auf, die Wählerinitiative WIR für Schaumburg kommt auf sieben und die Wählergemeinschaft Schaumburg auf sechs. Die FDP bietet vier Kandidaten auf, das Bündnis 90/Die Grünen zwei und das Linksbündnis im Schaumburger Land einen. Sowohl für den Stadtrat als auch für die Ortsräte hat jeder Wähler drei Stimmen. Die kann er dem Wahlvorschlag einer oder mehrerer Parteien geben, einem Einzelkandidaten oder auch auf mehrere Bewerber verteilen. Diese Chance hat er bei der Abstimmung über den Landrat und über den ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Bergstadt nicht. Auf dem grünen Stimmzettel der sechs Anwärter auf das wichtigste kommunale Amt in Obernkirchen kann nur jeweils ein Kreis angekreuzt werden. Andernfalls ist das Dokument ungültig und damit wertlos. Das ist nichts anders bei der Entscheidung über den nächsten Landrat. Aber hier gibt es nur zwei Bewerber auf einem gelben Wahlzettel. Wer sich noch einmal im Vorfeld Klarheit verschaffen willüber das Bewerberangebot, der kann das am "Schwarzen Brett" im Rathaus oder im Internet unter www.obernkirchen-info.de. Bekannt sein dürfte, dass der neue Rat statt zuletzt 26 künftig nur noch 23 Mitglieder enthält. Wird jemand zum Bürgermeister oder zur Bürgermeisterin gewählt, ohne dem Ratanzugehören, dann steigt die Zahl der Sitze auf 24 an. Die Ortsräte von Krainhagen, Gelldorf und Vehlen schrumpfen von elf auf neun Mitglieder. Wahlberechtigt sind nach dem aktuellen Stand in Obernkirchen insgesamt 7925 Personen, davon in Krainhagen 1070, in Vehlen 1044 und in Gelldorf 693. Wer das 16. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens drei Monaten im Bereich der Bergstadt seinen ersten Wohnsitz an, der darf ein Wahllokal aufsuchen. Er erhält in diesen Tagen seine Wahlbenachrichtigung und die Mitteilung, wo er seine Stimme(n) abgeben kann. Ist sie nicht eingetroffen, sollte er sich unverzüglich bei der Stadtverwaltung melden, damit das Wählerverzeichnis ergänzt werden kann. Die elf Wahllokale sind am Sonntag, 10. September, von 8 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet. Dazu kommen noch zwei Wahlvorstände, die sich mit der Prüfung und Auszählung der Stimmzettel befassen, die von Briefwählern vorweg ausgefüllt worden sind. Die Funktion des Wahlleiters hat Stadtdirektor Wilhelm Mevert. Sein Stellvertreter Bernhard Watermann ist auch in dieser Funktion der zweite Mann. Der rechnet damit, dass die ersten Ergebnisse schon eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale eintreffen. Die Reihenfolge der Auswertung ist vorgegeben. Nach der Landratswahl muss das Ergebnis der Bürgermeisterwahl durchgegeben werden. Darauf folgen dann Kreistag, Stadtrat und am Schluss die Ortsräte.

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