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Vor Gericht: Strafe neu festgesetzt - acht Monate weniger / Furcht vor Abschiebung nach Rumänien

Panzerknacker: "Man hat mich ausgenutzt"

Steinbergen/Bückeburg (ly) . Sieben Monate nach dem Prozess gegen die Panzerknacker von Steinbergen hat einer der Täter noch mal vor dem Bückeburger Landgericht gestanden. Ergeb nis: Der Rumäne muss sechs Jahre Haft verbüßen, acht Monate weniger als zunächst vorgesehen. Damit ist die 2. Große Strafkammer dem Willen des Bundesgerichtshofs (BGH) gefolgt, der in der Revision einen Teil des ursprünglichen Urteils kassiert hatte.

veröffentlicht am 15.12.2007 um 00:00 Uhr

Mit brüchiger Stimme spricht der Angeklagte sein Schlusswort, er scheint den Tränen nahe. "Man hat mich ausgenutzt", klagt der Schaumburger (28), der seit 1990 in Deutschland lebt. "Das tut richtig weh." Angeblich wollte der Familienvater den anderen Panzerknackern helfen, Jobs besorgen zum Beispiel, denn "unter Rumänen ist es üblich, Landsleuten im Ausland zu helfen", wie es im ersten Urteil des Landgerichts heißt. Mitgefangen, mitgehangen. Der 28-Jährige gehörte zu jener Bande von Rumänen, die mit zuvor gestohlenen Autos reihenweise Geldautomaten aus Verankerungen gerissen, abtransportiert und aufgeschweißt hatten. Auf diese Weise erbeutete das Quartett Banktresore in der Volksbank Steinbergen, in Rehburg-Loccum, Ronnenberg (bei Hannover) sowie dem hessischen Kirtorf. Der Inhalt: zusammen mehr als 100 000 Euro. Gefasst worden waren die Rumänen im Oktober 2006, nachdem in der Volksbank Helpsen das Stahlseil gerissen war. Mitte Mai wurden alle Männer (drei waren extra eingereist) unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls verurteilt. Der Schaumburger bekam einmal fünf Jahre Haft sowie zusätzlich 20 Monate. Während der Revisionging es um die 20 Monate. In einem Teilkomplex hatte die 1. Große Strafkammer Beihilfe gesehen. DerBGH stufte die Tat jedoch als Begünstigung ein, was weniger hart sanktioniert wird. Deshalb musste die Strafe neu festgesetzt werden. Verteidiger Dr. Volkmar Wissgott kämpfte um jeden Monat. Acht hat er gewonnen. Ob das reicht? "Jeder Monat weniger eröffnet mehr Spielraum in Verhandlungen mit der Ausländerbehörde", erklärt Wissgott, dessen Mandant nichts mehr fürchtet als die Abschiebung nach Rumänien, sobald ein Teil der Haft verbüßt ist. "Mit diesem Damoklesschwert lebt er." Es heißt, bei mehr als fünf Jahren drohe Abschiebung. Dabei möchte der 28-Jährige "nur noch eins: die Strafe absitzen und zurück zu meinen Kindern". Diese haben die deutsche Staatsangehörigkeit. In den Diebstählen hatte der hoch verschuldete Vater einen Weg gesehen, schnell an Geld zu kommen. Demnächst steht der Panzerknacker in einem ähnlichen Fall noch einmal in Mosbach (Baden-Württemberg) vor Gericht.



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