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Rohes Fleisch für Tiere

Panikmache ist in diesem Fall übertrieben

Christiane Oelrich meint es sicherlich gut, wenn sie Warnungen vor Salmonellen und resistente Bakterien ausspricht, aber was zeigt uns dies, wenn man es unter einem erweiterten Blickwinkel betrachtet?

veröffentlicht am 08.11.2019 um 20:52 Uhr

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Zu: „Rohes Fleisch für Hund und Halter gefährlich“, vom 17. Oktober

1. Wir wissen heute (und Pioniere des ökologischen Landbaus wie Hans-Peter Rusch publizierten es schon seit den 1960er Jahren) um die Bedeutung physiologischer Bakterien sowohl im menschlichen Darm, dem Bodenleben (aerobe und anerobe Bakterien) und im Ganzen lebendiger Systeme. Pathologische Bakterien und Viren können sich dort breit machen, wo die Immunsysteme, egal, an welcher Stelle der Nahrungskette (Boden-Pflanzen-Tiere-Mensch) geschwächt sind, und wir wissen inzwischen auch, dass es leider schon tatsächlich viele komplexe Anzeichen/Indikatoren für diese Schwächungen gibt.

2. In Trockenfutter und gekochtem Fertigfutter sind natürlich auf der stofflichen Ebene so viel gute Stoffe enthalten, dass die Tiere (Katzen und Hunde – leider inzwischen immer mehr auch wild lebende Igel) damit zurechtkommen, aber es fehlt das frische rohe Fleisch, was alle Raubtiere auch unbedingt brauchen, um von kleinauf ein gutes Immunsystem und eine starke Magensäure zu entwickeln. Der Faktor Vitalität ist ja auch nur indirekt zu ermessen. Es ist leider inzwischen normal geworden für gefühlt mindestens 90 Prozent der Tierhalter, auf diese Fertigfutter zurückzugreifen.

3. Meine persönliche Erfahrung: Seit den frühen 80er Jahren habe ich die Kräuterhandbücher von Juiliette de Bairacli-Levy (1912-2009), die Pionierin einer artgerechten natürlichen Tierernährung, gelesen und meine Hunde und Katzen zu ca. 75 Prozent mit rohem Fleisch ernährt, mit besten Erfahrungen bei natürlich reinlichem Umgang mit allem! Deshalb empfinde ich Panikmache diesbezüglich als übertrieben, zumal ich es eigentlich als normal empfinde, Grundkenntnisse der Hygiene und gesunder Ernährung vorauszusetzen – die Fülle der Ratgeber ist unüberschaubar groß –; außerdem untergräbt diese Art der einseitigen Betrachtung das Vertrauen, dass gesunde Ernährung für Menschen und artgerechte Ernährung für Tiere zu größerem Wohlbefinden und besserer Vitalität führen.

So würde ich mich um eine umgekehrte Betrachtung freuen: Artgerechte Ernährung, damit die Immunsysteme der Tiere mit pathologischen Keimen fertig werden und nicht umgekehrt: aus Angst vor Bakterien & Co: die Immunsysteme weiter schwächen durch für Raubtiere nicht gut geeignete gekochte oder getrocknete Ernährung. Und wenn Sie erlebt haben, wie nach langem Spaziergang ein Hund einen rohen Fleischknochen abnagt und dann zufrieden schläft (der Wolf jagt auch erst, frisst dann und schläft), der kann vielleicht nachempfinden, dass dies artgerecht ist.



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