weather-image
18°
Seit kurzem offiziell Paten der Grünfläche / Unsere Zeitung stellt ehrenamtliche "Gärtner" vor

Pätschs pflegen seit sechs Jahren das Ehrenmal

Rolfshagen (la). Während der Gewerbeschau hat die Gemeinde Auetal um Paten für öffentliche Grünflächen geworben (wir berichteten). Die Idee: Die Auetaler sollen von ihnen selber ausgewählte Flächen in ihren Ortschaften pflegen, um so die Gemeindekasse zu entlasten. Dabei werden sie von der Gemeindeverwaltung unterstützt.

veröffentlicht am 02.06.2007 um 00:00 Uhr

Werner Pätsch gießt regelmäßig die Blumen am Ehrenmal und pflegt

320 Stellen mit insgesamt 25 000 Quadratmetern Fläche auf einer Gesamtfläche im Auetal von 62 Quadratkilometern müssten vom Bauhof gepflegt werden. Friedhöfe, Spielplätze, 56 Buswartehäuschen und einfach nur kleine Grünflächen oder Beete zählen dazu. Flächen, die die Gemeinde aus Kostengründen nicht mehr alle selber pflegen kann. "Einige Bürgerinnen und Bürger haben die Pflege von Plätzen, Beeten oder Grünstreifen bereits vor längerer Zeit wie selbstverständlich übernommen und kümmern sich liebevoll darum", sagte Bürgermeister Thomas Priemer und dankte allen ehrenamtlichen "Gärtnern" für ihr Tun. Nur so könne das Auetal auf lange Sicht so schön bleiben, wie es ist. Bislang hat die Gemeinde Auetal etwa 40 Grünflächenpaten gefunden und hofft, diese Zahl noch aufstocken zu können. Wer eine Grünfläche oder Ähnliches pflegen möchte, sollte sich an die Gemeindeverwaltung wenden. Unsere Zeitung wird in den kommenden Wochen in unregelmäßigen Abständen einige langjährige engagierte ehrenamtliche "Gärtner" vorstellen. Heute beginnen wir mit dem Rentnerehepaar Pätsch aus Rolfshagen. "Wir gehen häufig zum Friedhof und kommen dabei immer am Ehrenmal der Opfer der Weltkriege vorbei", erzählt Werner Pätsch. Dabei hätten seine Frau und er festgestellt, dass das Grundstück um das Ehrenmal mehr und mehr verwilderte. "Man konnte sehen, dass im Zuge zunehmend leererer Kassen kein Geld mehr für die Pflege da ist", meint Christa Pätsch. Das konnte sich das Rentnerehepaar nicht länger mitansehen und beschloss, die Pflege zu übernehmen. Pätschs besprachen sich mit dem damaligen Ortsvorsteher Siegbert Held, der den Kontakt zur Gemeinde Auetal herstellte, und die nahm das Angebot gerne an. "Zunächst hat die Gemeinde alles platt gemacht, denn von den verwilderten Pflanzen war nichts mehr zu gebrauchen", erinnert sich Werner Pätsch. Danach haben die Eheleute Kirschlorbeer, Rosen und Bodendecker auf die Flächen neben dem Ehrenmal gepflanzt. Auch die vier Steinkübel wurden mit Efeuund Blumen bestückt. "Es hat sich gelohnt. Heute sieht es doch richtig schön dort aus", stellt die 67-Jährige fest. "Aber es macht auch Arbeit", wendet ihr Ehemann ein. Jeden Sonnabend geht der 71-Jährige zum Ehrenmal und harkt die Kiesfläche ab. "Da fahren Kinder mit ihren Rädern rüber, undam Sonntag zum Gottesdienst soll es doch ordentlich aussehen", findet der Grünflächenpate. Auf der Grünfläche werden von dem Ehepaar regelmäßig das Unkraut gejätet und die Blumenkübel je nach Saison hübsch bepflanzt. "Im Winter kommt da Winterheide rein, und jetzt haben wir Efeu und Geranien gepflanzt", sagt Christa Pätsch. Die müssen natürlich regelmäßig gegossen werden. "Das ist keinProblem, weil wir ja ohnehin immer zum Friedhof gehen", meint Werner Pätsch, und für die Urlaubszeit haben die Eheleute ihre Familie eingespannt - damit nichts vertrocknet, wenn die beiden mal ein paar Tage weg sind. "Wir haben jetzt doch Zeit, und solange wir das noch können, wollen wir die Gemeinde gern unterstützen", sind sich die Eheleute Pätsch einig. Die Kosten für die Bepflanzung übernimmt die Gemeinde Auetal. Allein die Arbeitsstunden werden ehrenamtlich geleistet. Während der Auetaler Gewerbeschau haben sich die Eheleute Pätsch offiziell als Grünpaten für das Ehrenmal eintragen lassen und dafür auch gleich eine Urkunde erhalten. Außerdem nehmen sie an der Verlosung teil. "Den ersten Preis müssen wir nicht unbedingt gewinnen. Wir würden uns viel mehr über den zweiten Preis, eine Saisonkarte für das Freibad, freuen", erzählt Werner Pätsch. Schließlich geht das Ehepaar zwei Mal täglich dort zum Schwimmen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare