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Ärger mit Reitverein: Anja Wöllner geht nach nur zwei Jahren

Pächterin muss Reitanlage verlassen und droht mit Klage

Stadthagen (sk). Zum Jahresende muss Anja Wöllner, Reitlehrerin und Pächterin der Reitanlage des Reit-, Zucht- und Fahrvereins Stadthagen (RZuFV) an der Schachtstraße, die Anlage verlassen. Der Pachtvertrag wurde vom Verein nach nur eineinhalb Jahren gekündigt. Damit ist der Reitunterricht im Verein vorerst infrage gestellt. Besonders die jüngsten Reitschüler, die Voltigier-Kinder, sind traurig über das Ende von Wöllners Tätigkeit (siehe Kasten). Rund 20 Kinder und Jugendliche wollen den Verein wegen des Weggangs der Reitlehrerin verlassen.

veröffentlicht am 11.11.2008 um 00:00 Uhr

Ein Bild aus dem Unterricht: Die Kinder haben Spaß und engagiere

Anja Wöllner, erfolgreiche Turnierreiterin, hat in den zwei Jahren als Pächterin und Reitlehrerin mehr als 50 Schüler und damit zahlende Mitglieder in den Verein gezogen. Vor allem, weil sie Einzelunterricht anbiete, sei ihr Unterricht so beliebt, äußerte sich Wöllner im Pressegespräch. Grund für die Kündigung Wöllners ist ein Streit zwischen Pächterin und Verein. Im Pachtvertrag, den sie 2007 unterzeichnet hat, seien ihr der Bau von neun weiteren Pferdeboxen sowie die Einrichtung eines Longierzirkels zugesagt worden. Dieses sei nicht geschehen, bedauert Wöllner. Ab März 2008 habe sie darum den zu zahlenden monatlichen Pachtbetrag um die Hälfte gemindert. Außerdem wollte Wöllner den Verein für entgangenen Gewinn durch die nicht gebauten Boxen in Höhe von fast 30 000 Euro Höhe verklagen. Die Klageandrohung, zumal mit einer seiner Ansicht nach viel zu hoch angesetzten Summe, sei der Anlass für die Kündigung gewesen, so der Geschäftsführer des Reit-, Zucht- und Fahrvereins, Heinz Janzen. Janzen wies außerdem darauf hin, dass der Vertrag als Bedingung für den Bau der Boxen fertige Verträge mit interessierten Einstellern voraussetze. Diese habe Wöllner nicht nachgewiesen. Der Vertrag sei an dieser Stelle auch nicht zu erfüllen gewesen, sagt wiederum Wöllner. Wer unterzeichne schon einen Mietvertrag für eine Pferdbox, die noch gar nicht vorhanden ist? Gleichwohl habe sie eine Liste mit interessierten Einstellern vorgelegt. Um trotz der Vertragsdifferenzen weiter auf der Reitanlage arbeiten und unterrichten zu können, hatte Wöllner dem Verein angeboten, auf die Boxen und den Zirkel zu verzichten und die Anlage für 20 Jahre zu pachten - bei Vorauszahlung der Pacht durch einen Sponsor. Darüber sollte in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des RzuFV am 1. Oktober dieses Jahres abgestimmt werden. Dazu kam es jedoch nicht. Ihr Sponsor sei abgesprungen, erklärte Wöllner gegenüber unserer Zeitung. So habe sie während der Versammlung einen anderen Vorschlag präsentiert. Demnach reduziert Wöllner die Klagesumme auf 20 000 Euro. Diese will sie jedoch nicht ausgezahlt haben, sondern stattdessen die Anlage fünf Jahre pachtlos betreiben. Doch darauf wolle sich der Verein ebenfalls nicht einlassen, erklärte Janzen. Insofern müsse sie also gehen, sagte Wöllner. Und ihre Klage werde sie anstrengen.



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