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Ein historischer Stein markiert jetzt wieder die Grenze zwischen Cammer und Päpinghausen

"P" für Preußen, "SL" für Schaumburg-Lippe

Cammer (bus). Friedrich Rösener und Dieter Rommelmann haben dem Grenzverlauf zwischen den benachbarten Ortschaften Cammer und Päpinghausen ein steinernes Zeugnis bewahrt. Der Cammeruner Ortsbürgermeister und Päpinghausens Ortsvorsteher setzten einen Grenzstein unweit seines früheren Standortes in die Erde, der im Zugeder Sanierung der Kreisstraße 6 (Nordrhein-Westfalen) in Vergessenheit zu geraten drohte.

veröffentlicht am 19.09.2008 um 00:00 Uhr

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Die Lokalpolitiker waren während der Bauarbeiten darauf aufmerksam geworden, dass der vor mehr als dreihundert Jahren errichtete Stein dem neu angelegten Radweg im Wege stand. "Da haben wir die historische Wegmarke sofort gesichert und von Steinmetz Berkenbusch einer Restaurierung unterziehen lassen", erläuterte das Duo während der von knapp 30 interessierten Bewohnern der Nachbargemeinden verfolgten Grenzsteinlegung. Rösener, der die Szenerie aus Sicht der "Friller Straße" (Niedersachen) betrachtete, stellte klar, dass die Bezeichnungen "P" (für Preußen) und "SL" (für Schaumburg-Lippe) keineswegs Orientierungshilfen für mobile Zeitgenossen darstellten. "Der Stein ist kein Wegweiser und kein Ortsschild sondern ein zeithistorisches Dokument dafür, wo wir zuhause sind", betonte der Cammeruner. Den geschichtlichen Hintergrund der Steins erhellt eine anno 1711 anlässlich einer Grenzstreitigkeit angefertigte Skizze, die den exakten Verlauf der Grenze, die benachbarten Hofstätten und die Aue zeigt. Das Dokument hält die damaligen Gegebenheiten zwischen "Austrom" (Aue) und "der Weg durch die Cammer nacher Pepinghusen und Frille" (heute: "Im Grund") fest. Streitpunkt war seinerzeit das Haus "N. 2" (heute: "Im Grund" 10), dessen "Kübbung" (niedriges Seitenschiff eines Zwei- oder Dreiständerhauses) und Garten auf vermeintlich preußischem Territorium stand. Das Dokument vermittelt zudem die Standorte des nicht mehr vorhandenen "Schmidt Hauß N. 1" sowie von "Cammerhof" (heute: "Im Grund" 14 und 16) und "Cammerkrug" (heute: "Friller Straße" 45).

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