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"Hilfe zur Selbsthilfe": Info-Treff im Stadtzentrum geplant / Spenden als Starthilfe benötigt

Otis-Entlassene: 270 von 690 haben neuen Job

Stadthagen (ssr). Etwa 270 der von dem Aus des Stadthäger Otis-Werks betroffenen Arbeitnehmer haben nach Informationen der IG Metall einen neuen Job gefunden - andere rund 420 sind mittlerweile "Hartz IV"-Empfänger. Für die Arbeitslosen will die Gruppe "Mit uns geht's weiter" unter dem Dach der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (Siga)im Stadtzentrum im Sinne von "Hilfe zur Selbsthilfe" einen Info-Treff einrichten. Dazu werden als Starthilfe Spenden erbeten.

veröffentlicht am 28.02.2008 um 00:00 Uhr

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Nach Ablauf der Qualifizierungsmaßnahmen und dem Auslaufen des Arbeitslosengeldes I sind viele der Betroffenen mittlerweile Empfänger von "Hartz IV". "Erst jetzt sind die schlimmen Auswirkungen der Werksschließung in vollem Umfang spürbar", sagte der frühere Betriebsratschef Ali Nagy im Pressegespräch. Im Umfeld der Qualifizierungsmaßnahme im Jahr 2006 hatten 56 Prozent der Entlassenen eine neue Beschäftigung gefunden - das waren zumeist Ingenieure und Facharbeiter. Bei den ersten beiden Maßnahmen in den Jahren zwischen 1999 und 2004 hatte die Erfolgsquote aber nur bei rund 15 Prozent gelegen, weil es sich bei diesen Entlassungswellen um gering qualifizierte Arbeitnehmer gehandelt hatte. Nach dem Ende der Transfer-Gesellschaft hatte sich Anfang 2006 eine Gruppe "Mit uns geht's weiter" gebildet. Initiiert worden war diese von früheren Otis-Betriebsräten und IG Metallern. "Wir wollten nicht einfach einen Schlussstrich ziehen, sondern denen, die damals so beispiellos gestreikt und gekämpft hatten, eine Möglichkeit bieten, sich weiter zu treffen und Hilfen zu bekommen", sagte Mitinitiator Friedhelm Tegt meier. Anfangs kamen bis zu 150 Leute zu den Treffen, es gab Info-Austausch, Vorträge und Beratungen - auch die ein oder andere Job-Einfädelung. Je mehr der Betroffenen von ALG I in "Hartz IV" wechseln mussten, also mit wachsender Perspektivlosigkeit, ließ die Beteiligung nach. Eine Gruppe von zehn Aktivisten - einige davon mit Job, die jetzt für einst empfangene Hilfe etwas zurückgeben wollen - möchte vor dem Hintergrund dieser Entwicklung nunmehr für diese "Otis-Ehemaligen", ausdrücklich aber auch für alle anderen "Hartz IV"-Empfänger in Stadthagen, eine Anlaufstelle schaffen. "Der Bedarf ist groß", weiß Nagy: "Viele geraten mehr und mehr in die soziale Isolation, trauen sich auch nicht ohne weiteres zu Behörden oder Einrich tun gen." Daher soll der "Info-Treff" unter dem Dach der Siga ein Angebot sein. "Man soll dort Menschen in gleicher Lage treffen, ins Gespräch kommen, soziale Kontakte pflegen", so Nagy. Bei konkretem Bedarf solle aber auch eine Beratung angeboten werden. "Der Kerngedanke dieser Initiative entspricht dem Selbstverständnis der Siga, deshalb werden wir die Gruppe auf unserer Hauptversammlung im März sicher unter unser Dach nehmen", kündigte Siga-Vorsitzender Rudolf Krewer an. Für den Info-Treff soll ein Ladenlokal in der Kernstadt angemietet werden - was zunächst einer Startfinanzierung bedarf. Dafür werben Krewer, der Stadthäger IG Metall-Sekretär Thorsten Gröger sowie die Initiatoren Nagy und Tegt meier um Spenden. Das Spendenkonto der Initiative: Siga ("Kennwort Info-Treff"), Volksbank Hameln-Stadthagen, Konto-Nr. 437 96 00, BLZ 255 900 97. Die offene Gründungsversammlung der Initiativgruppe "Mit UNS geht's weiter" ist am Donnerstag, 6. März, um 18.30 im Pfarrheim St. Joseph, Bahnhofstraße 3.



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