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Auf den Spuren der Heringsfänger: Niedernwöhrener stechen in See

Ostseetörn auf der "Vegesack"

Niedernwöhren (gus). Auf die Spuren ihrer Vorfahren haben sich einige Niedernwöhrener begeben. Diese stachen mit einem Boot in See, das einst auch von Heringsfängern aus der Region gesteuert worden war.

veröffentlicht am 04.10.2008 um 00:00 Uhr

"Wiederholungstäter" Dieter Fischer und Wilfried Block, beide langjährige Mitglieder des hiesigen Seemannsvereins (SMV), planten den einwöchigen Ostseetörn auf dem ehemaligen Heringslogger BV 2 "Vegesack" Dieser 1895 gebaute Logger, einst auch von Kapitänen aus Niedernwöhren und Umgebung gefahren, wird seitJahren vom Maritimen Traditionsverein Vegesack verchartert. "Es war nicht schwer, aus Kreisen des Seemannsvereins und Freunden eine schlagkräftige Crew zusammenzustellen", teilte Fischer mit. Am letzten Tag der "Hansesail" in Rostock-Warnemünde richteten sich die Niedernwöhrener auf dem Logger ein. Inklusive Proviant, versteht sich. Eingekauft hatten Crewmitglied Fritz Kühn und Seemannsvereinsvorsitzender Wilfried Block bereits in der Heimat und den Proviant per Auto-Anhänger über Bremen-Vegesack nach Warnemünde geschafft. Den "Smutje" - so nennen Seeleute den Koch an Bord eines Schiffes - machte der SMV-Vorsitzende dann auch gleich für den gesamten Törn. Sein Vize Ernst Liebrecht ergänzte die servierten Mahlzeiten mit flüssiger Nahrung. Als sogenannte "Backschaft" stand die übrige Crew, Dieter Köpper, Wilfried Dulling, Günther Kühne, Peter Kuntz, den Beiden zur Seite. Im Fokus stand jedoch nicht das Essen, sondern das Segeln. Relativ schnell hatten vor allem die Neuen in der Crew festgestellt, dass sich das vermeintliche Durcheinander von Segeln und Tauen letztlich als faszinierendes und harmonisches Ganzes herausstellte. Beim Hissen der Segel waren alle Hände vonnöten. Da kam es schon mal zu Schwielen oder Blasen an den Händen. Über die dänische Insel Mon, die Hauptstadt Kopenhagen, Gedser; Kühlungsborn bis zum Zielhafen von Wismar legte die Crew mehr 250 Seemeilen zurück, davon die Hälfte unter Segel. Inzwischen sind alle heil zurück. Während einer Nachlese mit Diaschau brachte der frischgebackene Heringskönig und Bäckermeister, Karl Wilke, zur Überraschung aller eine Schwarzwälder Kirschtorte mit. "Auf der BV 2 konnte er mangels Backofen ?nur' eine Apfeltorte in der Bratpfanne backen, die ihm hervorragend gelang und allenausgezeichnet mundete", berichtete Fischer. Trotzdem: Zum Abschluss wurde eine echte Torte serviert.



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