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Tennissparte sucht Mitspieler / Pilates und Step-Aerobic im Angebot

„Osterwald wird Fitnessdorf“

Osterwald. Der Ehrenvorsitzende des Kreissportbundes, Berend Grützmacher, ist eigens nach Osterwald gekommen, um ein hochverdientes Mitglied mit einer goldenen Ehrennadel auszuzeichnen. Und weil er ohnehin dabei ist, erlebt er auch die ganze Mitgliederversammlung der Sportfreunde Osterwald von 1913 mit und gerät ins Staunen. „Ich sehe hier einen hervorragend geführten Verein mit einem tollen Vorstandspersonal und einem Aktivitäten-Angebot, wie ich es bisher noch nicht gefunden habe – und dies auch noch ohne reguläre Turn- und Sporthalle.“

veröffentlicht am 03.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:02 Uhr

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Er übertreibt nicht, denn was die verschiedenen Spartenleiter des Vereins im total überfüllten Versammlungsraum des Osterwalder Dorfgemeinschaftshauses präsentieren, kann sich wirklich sehen lassen. Man wird sich überlegen müssen, wo künftig die Hauptversammlungen dieses mit mehr als 470 Mitgliedern gewichtigsten Vereins (Osterwald zählt knapp über 1000 Einwohner) stattfinden können.

Traditionell kommt bei den Jahresberichten zuerst die Fußballsparte zu Wort. Sie kann eine gute Bilanz vorweisen und betreut mehr Mannschaften, als der vereinseigene und einzige Osterwalder Sportplatz verkraften kann. Gutes hört man aber auch von anderer Seite. Die Tischtennissparte hat sich nach dem Aus des TSV Oldendorf-Benstorf in Osterwald „wieder ein Zuhause“ verschafft und bekommt Zuwachs, die Tanzgruppe (seit 25 Jahren auf dem Parkett unterwegs) und die Gruppe Line Dance vermelden interessante Aktivitäten, die Sparte Boule will nun endlich bei Auswärtsturnieren punkten, 95 Kinder und Jugendliche turnen in der Gymnastikhalle, die Frauengymnastikgruppe ist aktiv und die Tennissparte mit erstklassig gepflegten Plätzen „befindet sich“, so der Vereinsvorsitzende Marc Bruns, „auf einem guten Weg“. Will heißen, man könnte beim Tennis noch gern Zuwachs aufnehmen und ausbilden. Nicht vergessen darf man selbstredend die ebenfalls bereits betagte Wandersparte, deren Mitglieder noch gut zu Fuß und recht häufig unterwegs sind.

Allerdings nicht so oft wie die in der Sparte Laufen versammelten Fastflitzer mit 28 aktiven Läufern, die nicht nur wöchentlich durch den Osterwald und über den Fast flitzen, sondern auch bei vielen externen Events, wie dem Nachtmarathon von Hannover (mit 26 TN unter den Top 15), dem Harzgebirgslauf oder dem Lauf zwischen den Meeren durchaus vorneweg eilen. Höhepunkt der diesjährigen Läufe wird erneut der inzwischen etablierte Osterwaldlauf (zum sechsten Mal) am 4. September sein, wo man deutlich mehr als 100 Teilnehmer erwartet. Osterwald hat sich zum „Laufdorf“ entwickelt und in dieser Rolle eine gute Zukunft, denn inzwischen hat sich auch eine Jugendlaufgruppe als Nachwuchsschmiede formiert.

Linda Reich startet mit einer Stepp-Aerobic-Formation und René Severith bietet Hybrid Fitness an. Er ist auch der neue Spartenleiter „Fitness und Gesundheit“ bei den Sportfreunden Osterwald. pr

Es könnte allerdings passieren, dass dieser agilen Truppe deutliche Konkurrenz erwächst. Osterwald, so der Vereinsvorsitzende, wird auch ein „Fitnessdorf“. Die neue Disziplin Hybrid Fitness, die René Severith seit einem Jahr mit seiner ehrgeizigen Gruppe intensiv betreibt, setzt einen deutlichen Akzent, der sich ab Jahresmitte durch eine weitere Formation „Step Aerobic“ verstärkt. Um die Vielzahl der Spartenleiter nicht noch erweitern zu müssen, wählte der Verein Severith zum Spartenleiter Fitness Gesundheit und übertrug ihm die Verantwortung für alles, was sich in diese Richtung bewegt – also auch für die neue Pilatesgruppe, die mit Barbara Adler entsteht.

Die Übungsleiter stellen ihre Aufwandentschädigung überwiegend dem Verein zur Verfügung. Ein Grund für die soliden Finanzen, die die Chefkassiererin Renate Diekmann präsentiert. Sie wurde mit Ehrennadel, Blumen und Beifall dafür geehrt, dass sie 50 Jahre lang die Gymnastikgruppe geleitet hat. Kümmernisse gibt es dennoch. Dazu gehört gewiss das Sportplatzproblem. Da findet sich keine Einrichtung für Leichtathletik. Wer diese Sportvariante betreibt, muss sich einen entsprechenden Platz auswärts suchen. Und überhaupt – der eine Platz an der Osterwalder Salzburgstraße reicht vorne und hinten nicht. Oft trainieren mehrere Mannschaften gleichzeitig. Das Flutlicht ist defekt und muss erneuert werden. Mit einem Eigenanteil von 20 000 Euro müsste der Verein die Finanzierung bewerkstelligen, was seine Möglichkeiten übersteigt. Nun hofft man auf Sponsoren aus der Wirtschaft.

Sportfreunde blicken in Richtung Oldendorf

Der TSV Benstorf/Oldendorf hat die Segel gestrichen, ist von der Bildfläche verschwunden und hat seinen Sportplatz, der Pachtvertrag ist ausgelaufen, in desolatem Zustand hinterlassen. Die Gemeinde sieht sich außerstande, ihn wieder be-spielbar zu machen und zu unterhalten. Der Platz wird aber dringend benötigt, nicht nur von der Grundschule Oldendorf für den Schulsport, sondern auch von benachbarten Vereinen, insbesondere den Sportfreunden Osterwald, die einen Ausweichplatz für die Fußballmannschaften benötigen und endlich Leichtathletik anbieten wollen. Man werde sich bei der Herrichtung und Pflege des Platzes einbringen, bekundete der SF-Vorsitzende Mark Bruhns. Aber federführend die Verantwortung übernehmen könne man nicht. Nun soll ein Trägerverein, dem mehrere Nutzungsinteressenten angehören, den Sportplatz in Oldendorf betreiben. Die Verhandlungen laufen noch, Bruns aber zeigt sich optimistisch, dass man gemeinsam eine akzeptable Lösung finden werde.



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