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Kreisverbandschef Foerstner: "Risiken waren zu hoch" / Sparkasse will weiter nach Investor suchen

Ostertor-Pflegeheim: DRK lässt Projekt platzen

Rinteln (clb). Vorerst ist er aus, der Traum vom hochmodernen 72-Betten-Pflegeheim auf dem Gelände des ehemaligen Bauunternehmens Distelmeier am Ostertor. Der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der das Projekt in Kooperation mit dem Kreisverband betreiben wollte, hat abgesagt. "Die Risiken wurden zu hoch", erklärte Kreisverbandsvorsitzender Wolfgang Foerstner gestern auf Anfrage. Die Sparkasse Schaumburg als Grundstückseigentümerin ist weiter bemüht, einen Investor und einen neuen Betreiber für das Projekt zu finden.

veröffentlicht am 05.09.2008 um 00:00 Uhr

Das ehemalige Distelmeier-Gelände am Ostertor bleibt vorerst ein

Um das Risiko, das ein solches Großprojekt wie das Ostertor-Pflegeheim mit sich bringt, zu teilen, sei der Kreisverband eine Kooperation mit dem Landesverband eingangen, schilderte Foerstner. Gemeinsam mit der Sparkasse hätte man nach einem Investor gesucht, jedoch keinen geeigneten gefunden. Daraufhin hätte der Landesverband nach den Sommerferien einen Rückzieher gemacht - mit der Begründung, das Heim nicht unter den gegebenen Bedingungen betreiben zu wollen: Die Investitionskosten seien zu hoch gewesen, insgesamt hätte sich die allgemeine Marktsituation verändert. So hätten sich die Rahmenbedingungen für Kredite verschlechtert, die Zinsen liegen jetzt knapp ein Prozent höher als noch vor einem halben Jahr. Kritisch verfolgt hätte man in diesem Zusammenhang auch die beiden anderen Heimplanungen am Seetor sowie am Hopfenberg. "Wir konnten keinen Investor finden, der bereit war, diese Risiken einzugehen", so Foerstner. Seit das Bauunternehmen Distelmeier im Sommer 2005 Insolvenz angemeldet hat, steht das Eckgrundstück zum Verkauf. Verschiedene Ideen, wie das Gelände genutzt werden könnte, hat es seitdem gegeben - das Pflegeheimkonzept hatte sich letztlich durchgesetzt. Noch im November 2006 sahen Foerstner und Kreisverbandsgeschäftsführerin Ursula Krüger großen Bedarf für ein innerstädtisches Pflegeheim und bezeichneten die Lage des Geländes als "1-A". Von dort könnten geringer beeinträchtigte Senioren problemlos in die Innenstadt gelangen, waren sich beide einig. Kern des Konzeptes sollten "kleine Hausgemeinschaften" sein, in denen die Senioren wie in einer Großfamilie zusammenleben und mit kleineren Arbeiten in den Alltag eingebunden werden. Die Sparkasse will das Heimprojekt nach wie vor im Auge behalten: "Wir sind weiterhin daran interessiert, einen Betreiber und Investor zu finden", teilte Achim Lüders, Leiter der Immobilienvermittlung, ebenfalls gestern auf Anfrage mit.

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