weather-image
18°
Einstimmiges Votum gegen die Verwaltungsvorlage

Ortsrat spielt nicht mit: Lidl-Standort soll bleiben

Vehlen (clb). Gegen das sechsteÄnderungsverfahren des Bebauungsplanes "Schäferstraße/Auf der Papenburg (Kleistring)" hat sich der Vehlener Ortsrat am Donnerstagabend in seiner Sitzung im Feuerwehrgerätehaus ausgesprochen.

veröffentlicht am 08.09.2007 um 00:00 Uhr

Wenn dieseÄnderung umgesetzt wird, würde das bedeuten, dass in dem Bereich zwischen der Schäferstraße und der Papenburg (ehemaliger Lidl-Standort, heute befinden sich dort ein Wohngebiet, Kindergarten sowie ein Fitnessstudio) künftig kein Lebensmittelmarkt mehr errichtet werden dürfte, um die Kaufkraftin der Innenstadt sowie im geplanten Einkaufszentrum "Rösertor" zu stärken und nicht zu gefährden. Die Erlanger Markt- und Standort-Beratungsgesellschaft hatte anhand einer Einzelhandelsstrukturanalyse, dem so genannten Zentrenkonzept, die Entwicklungen der Einzelhandelslandschaft gutachterlich dargestellt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Projekt in seiner geplanten Version nur "teilweise als städtebaulich verträglich" einzuschätzen ist (wir berichteten). Um die Märkte "Markant" und "Marktkauf" nicht zu gefährden, ist es nach den Berechnungen der Analyse erforderlich, die am Rösertor geplante Lebensmittelversorgung in Größe von 1600 Quadratmetern auf etwa 900 Quadratmeter zu reduzieren. Für eine solche Reduzierung um 700 Quadratmeter kommen im Kernstadtbereich neben dem geplanten Standort "Rösertor" auch andere ehemalige Standorte von Lebensmittelanbietern in Frage, wie zum Beispiel der ehemalige Lidl-Standort. Nur im Ausnahmefall, schlug die Verwaltung dem Ortsrat vor, könnte an diesem Standort noch ein Nahversorger entstehen, etwa bei produktionsgebundenem Verkauf oder bei einer Konzentration auf den unmittelbaren Nahbereich, wie bei einem Kiosk. Besonders deutlich vertrat im Ortsrat Horst Sassenberg (CDU), der bereits im Stadtrat als einziger gegen den Bebauungsplan gestimmt hatte, seinen Standpunkt gegen die Verwaltungsvorlage. "Ich fühle mich leicht ausgetrickst. Bei einem Markt, der überhaupt nicht mehr existiert, wird so getan, als ob da noch Lebensmittel verkauft werden", ärgerte er sich und spielte damit auf den seit 2003 nicht mehr vorhandenen Lidl-Markt an. "Wenn an den Rösertor-Plänen festgehalten wird, wird der Marktkauf oder der Markant-Markt früher oder später fallen. Wir machen uns das, was wir im Rahmen der Stadtentwicklung wollten, selbst wieder kaputt", machte Sassenberg deutlich und fuhr weiter fort: "Ich prophezeie, dass der Bornemann-Platz in seiner Substanz drauf geht, wenn das Einkaufszentrum dort geschaffen wird!" Sassenberg betonte, dass eine ablehnende Empfehlung aus Sicht des Ortsrates wichtig sei. Selbst dann, wenn manüberstimmt werde. "Aber wir sollten immerhin ein Signal setzen", machte er deutlich. Nach dem Ortsrat wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit dem Bebauungsplan "Schäferstraße/Auf der Papenburg (Kleistring)" beschäftigen, bis letztlich der Verwaltungsausschuss die ausschlaggebende Entscheidung trifft. Desweiteren erklärte Stadtkämmerer Wolfgang Seele den Ortsratsmitgliedern den aktuellen Sachstand zum ausgeschriebenen Fahrzeuges für die Vehlener Ortsfeuerwehr: Bernhard Watermann und Rolf Schaper haben ein Profil für das Fahrzeug erstellt und dieses ausgeschrieben. Die Ausschreibungsfrist ist jedoch vom 3. auf den 10. September verlängert worden, dann wird man die eingangenen Angebote überprüfen. Die Stadt sei nicht gezwungen, das günstigste Angebot anzunehmen, eine umfassende Begründung müsste in diesem Falle aber erfolgen, erläuterte Seele. Die Ortsfeuerwehr habe sich jedoch bereit erklärt, den überschüssigen Betrag zu übernehmen. Im Rückblick auf die Ortsbegehung wurden folgende Punkte festgehalten: Da es bei Starkregen immer wieder Probleme mit Überschwemmungen gebe (vor allem in Kellern), müsse geprüft werden, von welcher Seite Fremdwasser eingeleitet wird. Überlegt wurde auch, in welchem Maße man eine solche Fremdeinleitung sanktionieren soll. Ein weiteres Problem bei Hochwasser stelle der Bereich der Aue dar, der bei jedem Starkregen komplettüberschwemmt werde und zugleich jedes Mal ein Stück an Land verliere. Zudem soll der schlechte Zustand der Straßen "Am Weidkamp" sowie der Vehlener Straße so schnell wie möglich ausgebessert werden. Als mögliche Standorte für ein Geschwindigkeitsmessgerät, das an wechselnden Stellen und in unterschiedlichen Frequenzen in Vehlen aufgestellt werden soll, einigten sich die Ortsratsmitglieder auf die Vehlener Straße (zwischen den Grundstücken Bolte und Scheffler), auf den Bereich des Kindergartensam Kleistring, die Ahnser Straße sowie die Schachtstraße.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare