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Cammer setzt auf Verkehrsberuhigung in Eigenregie / Aktion gegen Hundekot dem Bürger zumutbar?

Ortsrat müpft auf: "Wir dürfen's nicht, aber wir tun's !"

Cammer (bus). Ein erst im Nachhinein auf die Tagesordnung gesetzter Punkt hat während der jüngsten Sitzung des Ortsrates einmal mehr das Selbstbewusstsein der Cammeruner Lokalpolitiker unter Beweis gestellt. "Wir dürfen das zwar nicht, aber wir tun's einfach", fasste Ortsbürgermeister Friedrich Rösener die Aufmüpfigkeit in Worte. Der zusätzliche Punkt behandelte die inCammer seit geraumer Zeit diskutierte Ausschilderung so genannter Tempo-30-Zonen. Das Vorhaben war vom Bückeburger Ordnungsamt negativ beschieden worden. "Abgewimmelt", verdeutlichte Rösener den Vorgang. Jetzt sollen laut einstimmig gefasstem Beschluss vom Ortsbürgermeister gestaltete Schilder die Verkehrsteilnehmer zu besonnener Fahrweise anhalten. "Freiwillig 30 für uns", ist auf den Tafeln zu lesen.

veröffentlicht am 01.04.2006 um 00:00 Uhr

Horst Dieter Heine (v.l.), Maic Schillack, Friedrich Rösener, Ma

Maic Schillack hatte zuvor ein Schriftstück der Polizei präsentiert, nach dem dem Vorhaben keinerlei rechtliche Bedenken entgegenstünden. "Ohne Probleme", gab das Ortsratsmitglied den Tenor des Schreibens wieder, könne die Beschilderung vorgenommen werden. Die großformatigen Hinweistafeln sollen an den Straßen "Vorm Walde", "Schulbrink", "Ahrensbeeke", "Denkmalweg" und "Auf dem Brinke" aufgestellt werden. Rösener gab zu verstehen, der Verkehrsberuhigungsdiskussion zunächst eher negativ gegenübergestanden zu haben. Er sei aber durch Erfahrungen aus anderen Ortschaften eines Besseren belehrt worden. "Es sieht so aus, dass die Schilder tatsächlich etwas bewirken." Ob ein zweiter, unter dem Tagesordnungspunkt "Mitteilungen des Ortsbürgermeisters" vorgestellter Schilderstreich auch etwas bewirkt, vermochte Rösener nicht zu prophezeien. Zudem war er sich ob der anschaulich-derben Formulierung nicht sicher, ob die Aktion in Gänze mit Gesetz und gutem Geschmack in Einklang stehe. "Darf ich das? Können wir das dem Bürger zumuten?", fragte er das Ratskollegium. "Wir können", gaben die Räte zu verstehen. Schließlich ziele die Maßnahme auf eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens ab. Es ging darum zu verhindern, dass sich "Cammer in ein großes Hundeklo" verwandelt. Der Text auf den für "vermintes" Terrain vorgesehenen Tafeln lautet: "Hier wird immer nur Scheiss gemacht".

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