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Viel Lob für die Stellungnahme-Autoren

Ortsparlamente debattieren RegioPort Weser

Cammer/Evesen (bus). Der im Verwaltungsbereich Planen/Bauen der Stadt Bückeburg verfasste Stellungnahme-Entwurf zu den vom Kreis Minden-Lübbecke, der Stadt Minden und der Mindener Hafen GmbH eingereichten Antragsunterlagen, mit denen die Realisierung des Container-Areals "RegioPort Weser" auf den Weg gebracht werden soll, ist in den Ortsräten der auf niedersächsischer Seite direkt betroffenen Gemeinden Cammer und Evesen auf große Zustimmung gestoßen. Insbesondere die seit vielen Jahren lokalpolitisch engagierten Ortsbürgermeister Friedrich Rösener (Cammer) und Horst Schwarze (Evesen) lobten die Vorlage in außergewöhnlich hohen Tönen.

veröffentlicht am 28.09.2007 um 00:00 Uhr

Der geplante RegioPort Weser am Mittellandkanal bei Cammer-Beren

"So etwas Gutes habe ich von Bückeburg noch nicht gesehen", sagte Rösener. Schwarze gab zu verstehen, "noch niemals eine so deutliche Kritik erlebt" zu haben. In den an zwei aufeinander folgenden Tagen diskutierenden Gremien trat das Interesse an dem Mammutprojekt auch durch die jeweils relativ hohe Besucherzahl zutage. In Evesen waren etliche Cammeruner zu Gast, Cammer erlebte die Teilnahme von Ratskollegen aus Meinsen, Warber und Gelldorf, in beiden Ortsparlamenten waren Vertreter der Bürgerinitiative Containerhafen (BI Con) vertreten. Ungeachtet aller grundsätzlicher Zustimmung zur städtischen Vorlage nahm Baubereichsleiter Karlheinz Soppe etliche Ergänzungsvorschläge mit auf den Heimweg. In Cammer wurde die Forderung laut, die in der Stellungnahme festgehaltenen Sachverhalte in die jüngst zwischen den Nachbarstädten und -kreisen vertraglich geschlossene Kooperation einfließen zu lassen. Darüber hinaus stießen den Cammerunern die "Unmenge an Bodenverbrauch" und ein "sich nicht deutlich erschließender tatsächlicher Bedarf" sowie erhebliche Fehler im Schallschutzgutachten und allgemeine Undeutlichkeiten bezüglich der verkehrstechnischen Anbindung des Regioports bitter auf. Hinterfragt wurde speziell der Straßenengpass "Porta" und die tatsächliche Aufnahmefähigkeit der bereits heutzutage auch von offiziellen Stellen als überlastet eingestuften Schienenstrecke. Der Gleisanschluss Berenbusch sei in seiner derzeitigen Verfassung nicht zu benutzen, erläuterte ein Bahnexperte aus dem Publikum. Eine andere Stimme brachte den Standort Lahde ins Spiel: "Dieser Ortsteil der Stadt Petershagen verfügt ebenfalls über eine trimodale (Wasser, Straße, Bahn) Verkehrsanbindung und würde überdies den Neubau der Mindener Kanal/Weserschleuse für Großcontainerschiffe erübrigen." In Evesen klassifizierte Reinhard Luhmann die Untersuchungen im Bericht der Antragsteller mit den Worten "teils mehr als unzureichend". Umweltexperte Wolfhard Müller, der vehement den Bau von Grundwasserbeobachtungsbrunnen einforderte, machte im Umweltgutachten "nur Vermutungen ohne einen einzigen Nachweis" aus, Björn Malsch erinnerten die Gutachter an "ausgefuchste Gebrauchtwagenhändler". Soppe brachte in beiden Sitzungen zum Ausdruck, dass die Stadt Bückeburg die Planungen nach wie vor nicht generell ablehne. Aber: "Wir wollen sie so ausgelegt wissen, dass die Menschen, die hier leben, nicht unmittelbar beeinflusst werden."

In Cammer macht die Bürgerinitiative "BI Con" auf den Widerstand
  • In Cammer macht die Bürgerinitiative "BI Con" auf den Widerstand gegen das Hafen-Projekt aufmerksam. Foto: bus


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