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"Schönes Dorf": In Engern wird ein Schild saniert - und niemand weiß, wer es gewesen ist

Ortsbürgermeister sucht Heinzelmännchen

Engern (rnk). Dem Alter, in dem Dieter Horn noch an die nächtliche Hilfe der Heinzelmännchen geglaubt hat, ist der Ortsbürgermeister schon seit einigen Jahren entwachsen. Doch seit einigen Tagen ist Horn überzeugt, dass es in Engern Heinzelmännchen gibt - und zwar mindestens eins.

veröffentlicht am 02.09.2008 um 00:00 Uhr

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Denn an der Sportplatz-Straße steht schon seit gut 20 Jahren ein Schild, das an andere Zeiten erinnert. "Schönes Dorf" ist dort zu lesen, eine Belohnung in einem Wettbewerb, den es längst nicht mehr gibt. Natürlich haben Wind und Witterung ihren Tribut gefordert, wie Horn, der hier des Öfteren spazieren geht, durchaus miterleben konnte. Und nun das: Das Schild sieht aus wie nagelneu, irgendein Ortsbewohner hat still und heimlich Schild und Pfahl mit nach Hause genommen, gründlich gereinigt, neu gestrichen und sogar noch lasiert. Horn ist sprachlos und kann es eigentlich immer noch nicht fassen, dass einfach gehandelt wurde, wo Handlungsbedarf erkannt wurde: "Das rote Wappen leuchtet sogar schöner als an dem Tag, an dem wir das Schild aufgestellt haben." Horn ist die Geschichte etwas peinlich: Denn er weiß gar nicht, wann das unbekannte Heinzelmännchen das Schild mitgenommen und saniert hat: "Erst jetzt habe ich das gesehen", gesteht er. Dann natürlich möchte sich der Ortsbürgermeister bedanken, schließlich ist bürgerliche Verantwortung für das dörfliche Erscheinungsbild schon längst keine schiere Selbstverständlichkeit mehr, sondern eher die alltägliche Ausnahme. Aber er weiß eben nicht, bei wem er seinen Dank abstatten kann. Ein kleiner Tipp wäre hilfreich. Möglicherweise könnte Dieter Horn aber auch gut damit leben, wenn das kleines Geheimnis nie gelüftet wird. Denn die Heinzelmännchen, die machen die Arbeit nachts. Und verschwinden für immer, wenn sie dabei beobachtet werden.

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