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Vielfältiges Programm mit Thüringer Musik

Orgelherbst eröffnet

Bückeburg. Ein guter Bekannter schaute bei der Eröffnungsveranstaltung des "4. Bückeburger Orgelherbstes" in der Stadtkirche vorbei und brachte "Thüringer Orgelmusik um 1700" mit: Edgar Räuschel.

veröffentlicht am 12.10.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Für den Auftakt der "10 Jahre Janke-Orgel" übertitelten Darbietungsreihe hätte kein stilkundigerer Interpret gewonnen werden können, war es doch der ehemalige Kantor, der sich damals intensiv um den Orgelneubau gekümmert hatte. Und wie die große Zuhörergemeinde schnell merkte, gehorchten die Register und Pedale des Instrumentes gern mal wieder ihrem früheren "Chef". Mit überzeugender Lesart und Sinn für Ausgewogenheit verlieh der Solist einleitend Johann Sebastian Bachs klangintensiver "Allabreve D-Dur", BWV 589, Gewicht. Gleich danach widmete er sich in luftiger Artikulation Johann Bernhard Bachs "Partita spora: Du Friedefürst, Herr Jesu Christ", um dann mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen "Von Gott will ich nicht lassen" vorzutragen, dessen Komponist übrigens Bachs Schwiegervater, Johann Michael war. Deutlich akzentuiert fügte der Meister das helle, fröhliche "Vom Himmel kam der Engel Schar" des Johann Heinrich Buttstedt hinzu und fächerte anschließend einfühlungsreich das Stimmgeflecht von Johann Peter Kellners "Herzlich tut mich verlangen" auf. Umsichtig ließ der Fachmann darüber hinaus die vielfältigen 16 Variationen der "Ciacona in D" aus der Feder des Nürnbergers Johann Pachelbels musikalisch eins werden. Später rückte er die Qualitäten des mit Bach verwandten und befreundeten Johann Gottfried Walther koloritreich ins rechte Licht; und zwar anhand dessen Choralvorspiels "Was Gott tut, das ist wohlgetan".Mit nicht weniger Farbe und Verzierungen hatte der ebenso agile wie aktive "Ruheständler" bereits das vorangegangene "Jesu Leiden, Pein und Tod" von Johann Caspar Vogler ausgestattet. Zum Schluss gab es abermals Bach; nämlich "Praeludium und Fuge g- Moll", BWV 535; beides ging dem Organisten flink von den Händen und Füßen und diente als Beleg für die Phantasie Edagar Räuschels. Mehr als berechtigter Beifall bildete das Finale. Termin: Am Samstag, 13. Oktober, wollen Kantor Siebelt Meier und Trompeter Sellinger die Zuhörer ab 11 Uhr in der Kirche mit ganz anderen Tönen verwöhnen.

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