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Spahns Pläne

Organspender sollten Geld erhalten

Zu: „Spahns Organspendereform scheitert“, vom 17. Januar
Nach dem Scheitern von Jens Spahn braucht es neue Wege für die Verbesserung der Spendenbereitschaft. In unserer kapitalistischen Gesellschaft geht fast nichts ohne Geld. Das haben wir gerade wieder bei der Förderung der Windenergie durch die Windräder im Lande gesehen.

veröffentlicht am 29.01.2020 um 21:03 Uhr

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„Mit Speck fängt man Mäuse“, so kommentierte ein Leser. Wenn Gemeinden und Bürger durch Geld beteiligt werden, dann steigt die Zustimmung. Bei den Organspenden sollte man auch so verfahren: Wer spenden will, der bekommt bei seinem Ableben 5000 Euro. Egal, ob ihm Organe entnommen wurden oder nicht. Die Bereitschaft soll belohnt werden. Damit kann er/sie zum Beispiel die Beerdigung mitfinanzieren. Das dafür nötige Geld kommt aus einer Kasse, in die Organempfänger einzahlen müssen. Wer ein Herz bekommt, zahlt 5000 Euro, eine Leber kostet 3000 Euro, ein Lungenflügel 2000 Euro, eine Niere 1500 Euro et cetera. Versicherungen könnten hier ein neues, sinnvolles Geschäftsfeld aufbauen. Sozial schwache Patienten werden aus der oben und unten genannten Gemeinschaftskasse unterstützt, wenn sie nicht ohnehin schon Spender sind, denn die müssen ja nichts bezahlen. Wer grundsätzlich nicht selbst spenden will, der zahlt diese Preise, wenn er ein Organ benötigt, Organspender sind von den Kosten befreit. Jeder kann auch freiwillig in diese Kasse spenden. Der Spendenbetrag ist steuerlich absetzbar. So leistet auch der Staat seinen Beitrag. Er erhält sich so manche wertvolle Arbeitskraft. Unter diesen Bedingungen wäre ich gerne Spender, aber ich würde mich nicht gerne zum Nulltarif ausweiden lassen. Ob das alles ethisch vertretbar ist? Das sollten nicht nur Politiker entscheiden, sondern die Bevölkerung durch eine Befragung. Bei den Windrädern wurde das ja auch schon gemacht. Natürlich darf es nicht zu einem Handel mit Organen kommen, wie das in einigen Ländern schon üblich war. Die jetzt schon eingerichteten Organisationen können das verhindern. Also: Dann mal ran an die neuen Ideen, Herr Spahn und Herr Lauterbach. Wenn man daran denkt, was eine Organverpflanzung kostet, dann muss man sich auch Gedanken darüber machen, wo das Geld herkommen soll, wenn die Verpflanzungen noch weiter zunehmen sollen. Die Krankenkassen gehen jetzt schon am Stock! Es geht um die Kosten für das Finden von Spendern, die Entnahme von Organen, deren Beurteilung durch Fachkräfte, deren schneller Transport und dann schließlich die Einpflanzung. Man kann nur hoffen, dass es in der ethischen Frage zu einem Umdenken kommt. Davon würden tausende von schwer Kranken profitieren.



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