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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans Peter Thul will seinen Wählern reinen Wein einschenken

Optimist, Genießer und Freund guter Mucke

Hameln-Pyrmont. Sein Horoskop für den Tag nach der Bundestagswahl verheißt eigentlich nichts Gutes. Nach einer grundlegenden Änderung, so wird Hans Peter Thul prophezeit, überlege er, wie es nun weitergehen solle. Doch weil der heimische Abgeordnete aus Großenwieden mit Sternzeichen Schütze von Haus aus Optimist ist, glaubt er nicht an negative Vorhersagen. Er will weiter Politik machen, so, wie er es bereits seit 1985 tut. Das ist das Jahr, in dem Thul in die CDU eingetreten ist. Und seither hat er sich stetig engagiert – als Vorsitzender des Ortsverbandes Großenwieden, des Stadtverbandes Hessisch Oldendorf, des Kreisverbandes Hameln-Pyrmont, als Mitglied von Orts- und Stadtrat, als Landtags- und schließlich als Bundestagsabgeordneter.

veröffentlicht am 17.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 23.10.2009 um 15:34 Uhr

Peter Thul

Autor:

Christa Koch

Das Leben an der Grenze zu Frankreich prägte ihn

Geboren in Hangard an der Saar, lernte er zunächst Büromaschinen-Mechaniker, war dann Zeitsoldat, studierte Wirtschafts- und Betriebstechnik und war in verschiedenen leitenden Positionen tätig, zuletzt als Assistent der Geschäftsleitung der Stadtwerke Rinteln, bis er die Politik zu seinem Beruf machte.

Das Leben nahe der französischen Grenze, das Bezahlen in Franc, D-Mark und später in Euro, die französische Küche – das alles hat ihn geprägt, glaubt Thul, der das „savoir vivre“ der Franzosen zu seinem Motto gemacht hat. Denn Thul ist nach eigenen Worten „ein Genussmensch“. Einer, der gerne und gut kocht, vorwiegend mediterrane Gerichte, aber auch die leichte deutsche Küche. Bereits mit 18 Jahren hat er sich ein damals sündhaft teures Kochgeschirr gekauft, das er auch heute noch besitzt. Im Hause Thul – neben Ehefrau Christa komplettieren die erwachsenen Söhne Claudio und Daniel-René die Familie – ist es Tradition, dass der Hausherr, der Wildgerichte liebt und die Kräuter in seinem großen Garten selbst zieht, eigenhändig am heimischen Herd steht.

Der befindet sich in Großenwieden übrigens in einem idyllischen, über 200 Jahre alten Fachwerkhaus, dass der Politiker eigenhändig saniert hat. Ein Sturz vom Dach aus fast fünf Metern Höhe und als Folge ein Trümmerbruch im linken Arm erinnern nur noch selten daran; was geblieben ist, ist der Stolz auf diese Leistung. Und die Liebe zu Haus und Garten, wo Thul seinen Lieblingsplatz an einem alten Steintisch in der Nähe eines Teiches hat. Hier entspannt er, wenn’s politisch mal wieder allzu hektisch wird.

Seit er aufgehört hat zu rauchen, golft der Christdemokrat. Gerne, aber lieber in der Anonymität des Platzes von Obernkirchen – „da fällt man als Anfänger nicht so auf“. Lesen gehört auch zum Runterkommen, ein Buch liegt immer auf dem Nachttisch, derzeit Dantes „Göttliche Komödie“.

Hat so ein Mann eigentlich überhaupt noch Zeit für Hobbys? Doch, versichert das „Alphatier“, die habe er durchaus. Zum Beispiel, wenn er Mucke macht. Seit dem neunten Lebensjahr macht Thul konzertante Blasmusik, spielt gerne (und gut) Saxophon und Klarinette, hat während seiner Ausbildung sogar mal eine Band gegründet oder während seiner Zeit als MdL in den Katakomben des Landtages aufgespielt.

Dafür und für die Politik muss man eine „Rampensau“ sein. Darf eben die Öffentlichkeit nicht scheuen, sondern sie im Gegenteil suchen. Das tut Thul, wann immer er kann. Er bezeichnet sich selbst als extrovertiert, und wer den Mann auf Wahl- oder anderen politischen Veranstaltungen erlebt, der weiß: Thul, Mitglied auch in etlichen Vereinen, sucht die Nähe zu Menschen. Redet gern und viel, hat einen ausgesprochenen Sinn für Humor und sieht Politik nicht verbissen. Aber so ganz verkneifen kann er sich die Platitüden denn doch nicht. Wenn er auf sein kleines Weingut zu sprechen kommt, das er in der Nähe von Trier sein Eigen nennt, folgt auch gleich die politische Parole: „Ich möchte meinen Wählern reinen Wein einschenken.“

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