weather-image
20°
SPD-Kandidat grenzt sich von Mitbewerber Schönemann ab / Kinderkrippe für unter dreijährige Eilser als Ziel

Oliver Keller: "Warum ich der Bessere für den Job bin ..."

Eilsen. Oliver Keller (SPD), Kandidat um die Wischnat-Nachfolge im Amt des Samtgemeindebürgermeisters, hält sich selbst für den Richtigen und - mit Blick auf Konkurrent Bernd Schönemann - auch für den Besseren. Das ist zunächst banal. Interessant aber sind die Gründe. Gegenüber der Landes-Zeitung erklärt der 31-jährige Krainhäger, was für ihn und gegen den parteilosen CDU-Kandidaten spricht. Sein selbstgewähltes Wahlkampfmotto: "Hart, aber fair."

veröffentlicht am 13.04.2006 um 00:00 Uhr

"Hart, aber fair": Oliver Keller

Autor:

Thomas Wünsche

Keller: "Sollte ich im Zuge der Kommunalwahl am 10. September Samtgemeindebürgermeister werden - als Genosse wäre mein Rückhalt im Rat wesentlich größer als es der von Bernd Schönemann je sein könnte." Auch seine Doppel-Ausbildung als Bankkaufmann und Volljurist qualifiziere ihn zum Leiten einer Verwaltung mehr als das, was sein Mitbewerber bieten könne; zumal derlängst nicht alle Stationen innerhalb der Verwaltung durchlaufen habe. "Ich dagegen", so Keller, "kenne mich nicht nur in Verwaltungs-, sondern auch in Zivilrecht aus". Das sei wichtig, weil auf einen Samtgemeindebürgermeister auch Probleme des Haftungs- sowie Arbeitsrechts zukämen und er auch Verträge mit Unternehmen schließen müsse. Allesamt Probleme, die man, wenn man sich - wie Bernd Schönemann - als "Moderator" verstehe, kaum erfolgversprechend anpacken könne. Hier sieht Keller aber auch Defizite bei Amtsinhaber Heinz Wischnat, (s)ein weiterer möglicher Gegenspieler: "Warum muss die Samtgemeinde die 10 000 Euro zahlen, die die Reparatur des Schulhofes kostet - und nicht die Firma, die den Schaden verursacht hat?" Wie berichtet, hatte ein Schwertransporter den Asphalt des Schulhofes im Rahmen des Brückenschlags am Friedhof Heeßen beschädigt. Keller an die Adresse Wischnats: "Er hat beim Gestalten der Verträge schlecht verhandelt." Komme hinzu: Der Kandidat der CDU habe offensichtlich gar kein Konzept für die Zukunft der Samtgemeinde Eilsen; er scheine allein auf den "Amtsrat-Bonus" zu setzen, also Nummer Drei der Eilser Verwaltungsspitze zu sein. Was Kellers eigenes Konzept betrifft, will er die Katze noch nicht zur Gänze aus dem Sack lassen; der SPD-Kandidat verweist auf die Mitgliederversammlung am 10. Mai. Aber in zwei Punkten wird er schon jetzt konkreter: "Auch ich bin für die Förderung und das Neuansiedeln von Gewerbebetrieben. Aber nicht - wie mein Mitbewerber - mal eben ,ohne wenn und aber', sondern überlegt sowie mit dem nötigen Weitblick. Und ich berücksichtige immer die bestehenden Strukturen." Noch konkreter wird Keller in Sachen der künftigen Kinder- und Jugendbetreuung in Eilsen: "Ich werde mich für das Schaffen einer ,Kinderkrippe' stark machen, in der die unter Dreijährigen betreut werden sollen." Vor allem Alleinerziehende seien auf ein solches Angebot dringend angewiesen. Der - größere - Rest des Keller-Konzepts besteht einstweilen aus noch nicht ausformulierten Gemeinplätzen. Die gesteckten Ziele: solide Finanzen, Bürokratieabbau und (mehr) Bürgernähe, Bildungsqualität in der Grundschule verbessern, Kultur- und Freizeitangebote fördern und eine Kulturpolitik auf den Weg bringen, die alle Generationen anspricht. Letztes Wort zu Wischnat, dessen denkbare Kandidatur der SPD-Bewerber nicht fürchtet: "Er hat durch seine ,Bückeburger Aktion' viele Eilser verprellt. Außerdem: Warum sollten die Bürger einen Mann zum Chef der Samtgemeinde wählen, der schon aufgrund seines Alters nicht über die volle Distanz (acht Jahre) gehen kann?"

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare